10.02.09 von melbourne nach adelaide
Wie schon im letzten Blog berichtet, sind wir erneut die gigantische Great Ocean Road entlanggedüst, wieder durch die beeindruckenden Wälder des Otway National Park gewandert und nochmal durch die nicht ganz unanstrengenden Grampians gekraxelt. Einige Bilder hierzu gibt es im Album und sind wirklich sehenswert - nicht nur für Kletterfans :)
Danach haben wir mit South Australia schon unseren 4. Staat geentert und sind dort die Limestone Coast hochgecruist. Faszinierend war der Kratersee in Mt. Gambier, der im Sommer knalleblau (und ich meine richtig knalleblau) ist und im Winter dann langweilig grau wird…warum: weiß kein Mensch so richtig. Die ganze Stadt ist dort quasi untertunnelt und einige Höhlen sind auch bereits eingestürzt und bilden nun beeindruckende Sinkholes. Trotzdem ein komisches Gefühl, wenn man das so weiß…da wollen sie Schritte gut gewählt sein.
Weitere Naturhighlights waren: ausgetrocknete Seen, Salzseen mit Badequalität (super zum schwimmen lernen bei 7fachem Salzgehalt im Vergleich zum Meer) und die Komination aus beidem: ausgetrocknete Salzseen. Also man merkt schon direkt sehr deutlich, dass South Australia der trockenste aller Staaten ist, auch gleich viel weniger grün um uns herum bei den Bushwalks oder einfach anders
statt satten Wäldern waren es kniehohe Sträucher und alles viel trockener.
Aber wie überall gabs auch hier wieder jede Menge roos und auch ein paar schöne Möglichkeiten diese doch sehr lustige Tiere zu fotografieren. Die grasen wirklich überall, egal wie wenig Gras da sein möge und mit Ihren kurzen Ärmchen sieht das echt ulkig aus.
Weiteres Wildlife gabs in Form von vielen vielen Vögeln. Im Coroong NP nisten einige zigtausende Vögel, vor allem Pelikane. Dementsprechend stinkt es da auch, ähnlich wie bei den Seehunden. Aber an weiterfahren und nach einem anderen Schlafplatz suchen war nicht zu denken, die Sonne ging schon unter… *mief*
Dann gibt es hier noch total leckeren frischen Lobster und viel viel seafood sowie unglaubliche viele Höhlen, die wir aber nicht besucht haben. Verpasst haben wir wohl atemberaubende Höhlentauchgänge mit einer Sicht von über 40m und eine Ausgrabungsstätte, in der Skelette von Dinos und Co in den Höhlen gefunden wurden. Aber irgendwie waren wir der Ansicht schon genug Höhlen gesehen zu haben und die entscheidenden Infos erst zu spät gesehen…na man kann nicht alles haben:)
Bushfires
wichtiges Thema hier im Moment: die Waldbrände in Victoria. Tatsächlich brennt es auch in den Grampians und drumherum. Da waren wir doch noch vor ein paar Tagen…und Städte duch die wir noch vor kurzem gefahren sind, stehen jetzt in den Zeitungen mit der Angabe der abgrebannten Häuser und der Anzahl an Todesopfern. Über die Berichterstattung hier erzähle ich ein ander Mal, das ist auch nicht mehr schön - jedenfalls sind wir dem Ganzen entgangen und befanden uns nicht in Gefahr. Auch wenn natürlich und theoretisch und gerade bei den Temperaturen und Winden nahezu überall ein Buschfeuer zündeln kann. So wurden wir auch in unserer letzten Nacht vor Adelaide von einem Bushranger morgens um 6Uhr aus einem National Park geworfen: Schliessung wegen Waldbrandgefahr. Das war aber sicherlich auch die “gefährlichste” Situation in der wir uns befanden.
Mittlerweile sind die meisten Feuer gelöscht oder zumindest unter Kontrolle. Die traurige Bilanz der schlimmsten Bushfires seit der Besiedlung durch die Europäer kennt ihr ja aus den Medien: 750 zerstörte Häuser, knapp 300 Tote und einige 1000ende Obdachlose. Zwar wurde Australien ja schon immer von Waldbränden heimgesucht, schlimm ist aber das diese Brände zu goßen Teilen auf das Konto von Brandstifter laufen. Aber in den Grampians habe n wir gesehen, dass der Wald schon nach wenigen Jahren wieder lebendig aussehen kann - und die schwarze Rinde macht sich doch ganz schick in dem leuchtenden grün. (kleiner, nicht ganz ernstgemeinter Versuch dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen)
Jobben
viele von Euch Fragen, ob wir schon arbeiten - hier ein paar Infos dazu :) Nachdem wir dann die Grenze zu South Australia überquert hatten, stand direkt eine Sache auf dem Zettel. Irgendwie hatten wir ja mal gesagt, dass wir jobben wollen, wenn wir in South Australia sind. und irgendwie würde das auch gerade total gut ins Konzept passen: zu viel Kohle für Reperaturen ausgegeben, mal n paar Tage an einem Ort bleiben, mal nicht immer nur tolle Orte sehen, sondern mal runterkommen. Andererseits ist es so unglaublich heiß, dass wir uns fruit picking gerade überhaupt nicht vorstellen können und andere jobs kommen für was kurzfristiges nicht wirklich in Frage.
Unser Plan ist ja in Perth etwas länger zu verweilen und dort zu jobben und eben jetzt mal fruit picking als Erfahrung und schnelles Geld auszuprobieren. Es gibt hier eine sogenannte Erntehotline, da rufen die Backpacker dann durch, geben an wo sie sind und die netten Damen sagen einem wieviele Ernehelfer, für welche Früchte gebraucht werden. Wir sind dann ein wenig von A nach B gefahren, haben bei diversen Weingütern nachgefragt, uns bei job agencies registriert…aber: es sieht gerade schlecht aus. Entweder sind die Trauben schon Rosinen oder die Früchte sind noch nicht reif oder oder oder. na wir wollten uns nicht bei den 50 wartenden Backpackern auf dem Campingplatz im Nichts einquartieren und haben beschlossen erstmal Adelaide einen Besuch abzustatten.
Jetzt sind wir schonein paar Tage in Adelaide und Michi hat ziemlich schnell nen Job als Callboy bekommen…nein natürlich nicht im eigentlichen Sinne. Neben unserem Campingplatz gibts direkt n Golfplatz und n Segelclub, welch Zufall :) Michi hat dort also mal dem Manager erzählt, was er so in Kapstadt gemacht hat: Turniere organisieren, deutsche Gruppen betreuen und Begleitung für Spieler, die mal sehen wollen, wie gutes Golf ausschaut - callboy eben:) Der Manager fand das ne ganz gute Idee und in den letzten Tagen wurde Michi dann auch schon fleissig “gebucht”.
Na so kann er golfen und es kommt dabei sogar ein bisschen Geld in die Kasse. Ich hab mich derweil natürlich rund ums Segeln erkundigt. Jobtechnisch sieht es da leider sehr mau aus, aber ich hab nochmal an ner Twilightregatta teilgenommen. Leider beschränkte sich meine Aufgabe auf der schicken 30″-Rennyacht darauf den intelligenten Ballast zu spielen, aber Spaß hats natürlich trotzdem gemacht.
zu Adelaide berichten wir später mehr…nachdem es die letzten Tage sehr kühl und wolkig war, wollen wir heute das schöne Wetter nutzen und Euch bleibt erstmal Zeit die Fotos zu gucken :)
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