15.02.09 Adelaide
Ich will ja die Tradition der Städteportraits nicht brechen, deshalb an dieser Stelle ein paar warme Worte zu Adelaide. Ja, also Adelaide ist…nett :) ja, etwas unspektakulär. ist aber auch gemein, wenn wir vorher in Melbourne und Sydney waren, zwischendurch noch die faszinierenste Natur erleben und dann kommt man in eine Stadt, die eben einfach eine Stadt ist.
Nach einem kleinen Stadtspaziergang durch die Innenstadt, die wiedermal im Schachbrettmuster angeordnet ist, hatten wir auch dann auch das Gefühl alles gesehen zu haben oder vielleicht auch nicht? Vielleicht muss man wirklich mehr an der Oberfläche kratzen, wie der lonely planet rät? Übrigens leben auch hier die 80er noch, aber eher in Form von Skatergangs: hier flitzen die 10-15jährigen mit ihren Boards und langen Haaren durch die Strassen, filmen sich bei ihren Sprüngen und sind natürlich extreeeem cool. Da es hier aber in vielen Orten Skaterparks und auch in den Surfshops ohne Ende Skaterklamotten gibt, sind wir schon am überleben, ob wir einfach nur alt geworden sind und skaten tatsächlich noch immer so beliebt ist wie damals in den 80ern? (Meine Nichten mögen mich aufklären ;))
Zurück zu Adelaide, die sich als Festivalstadt rühmt, nur leider schien sie uns sehr ausgestorben. Also eigentlich steppt hier wohl der Bär und es ist ne Menge los, anscheinend vergleichbar wie bei uns die Strassen-, Wein- und sonstigen Feste mit vielen Ständen, Aufführungen etc. Da das nächste Festival aber erst Ende Februar ansteht, haben wir uns ein paar Museen angeschaut. Im South Australian Museum gabs nicht nur Skelette von Walen, Schildkröten und angeblich sogar die sterblichen Reste von Dinos, sondern auch noch eine hochinteressante Ausstellung zum Leben der aboriginal people (das ist der politisch korrekte Ausdruck statt Aborigines).
Wir bezeichnen Adelaide eher als Fahrrad- denn als Festivalstadt. Noch nie haben wir so viele Rennfahrer gesehen und uns auch prompt n Fahrrad ausgeliehen. Um ehrlich zu seien waren es aber keine Rennräder, sondern billige Räder vom Campingplatzohne Gangschaltung. Die 4stündige Fahrt entlang der Küste endete dann auch mit dreckigen Händen nachdem uns diverse Male die Kette rausgesprungen ist. Aber wir sind um die Erfahrung reicher, dass radfahren am Strand auch nicht sooo easy ist *gg*
Wie alle großen Städte Australiens (außer Alice Springs) liegt Adelaide an der Küste und die Küstenvororte vermitteln hier ein typisches Touriurlaubsfeeling: Eisdielen, Palmen, Segelclub, Golfplatz, jede Menge Strand…ja genau, hier ist auch unser Camping in der Nähe von Glenelg, das mit Hochhäusern die Küste säumt…aber der Strand ist ellenlang, wirklich schön und lädt damit zu Spaziergängen ein.
Trotzdem finden wir, dass Adelaide eine große Lebensqualität bietet. Viel näher als in anderen Städten befinden sich wunderschöne Landstriche wie die Fleurieu Peninsula, die Adelaide Hills, das Barossa Valley, die Fleurieu Peninsula und und und. Diese Regionen umfassen National Parks und Weinregionen, wunderschöne Landschaften und natürlich auch viel Wildlife mit Pinguinen, Robben und Co auf Kangoroo Island - nicht das wir das alles schon gesehen hätten, aber zumindest Teile davon ;)
Noch ein Nachtrag zum Thema “trockenster Staat” aus dem letzen Blog: beim Segeln erzählte mir eine “Adelaiderin” dass es vor ca. 2 Jahren das letzte Mal so “richtig” geregnet habe. Und im Schnitt gibt es hier 2 Regentage im Jahr. Das ist ja fast wie in Köln…ach ne da waren es ja (gefühlte) 2 Regentage die Woche… *grrr*
Wer noch weiterlesen mag: es folgen Segelerlebnisse und Eindrücke aus der Umgebung Adelaides, inklusive schlimmen “deutsche-Kultur-Flash” ;)
Segeln in Adelaide
Ach und zum Segeln wollte ich ja auch noch was schreiben…
Ich hatte ja schon erzählt, dass ich wieder an einer Twilightregatta teilgenommen hatte. Der Yachthafen von Adelaide liegt in North Haven ca. 40min nordwestlich der Stadt. Wie in jeder Hauptstadt der australischen Staaten gibt es auch hier einen Royal Yacht Harbour Club und meistens noch 1-3 andere Clubs, die mit den Royal Yacht Clubs schwer verfeindet sind…es ist halt wie überall auf der Welt *gg*
Nachdem ich mich im Race Office gemeldet hatte, wurde mir gesagt, wie die Yacht heißt und wo ich sie finden werde und ich war doch schwer erstaunt, dass das giftgrüne Schiff nicht im Wasser war.
Tatsächlich liegen hier ein großer Teil der Racingboote auf dem Trockenen und es gibt eine 1a-Slipanlage für große Yachten, so dass das Boot innerhalb von 20min im Wasser ist. Das Rennen dagegen war deutlich unspekatulärer: erstens ist die Küste platt wie ne Flunder; zweitens segelt man man ein Dreieck, so dass nach wenigen Manövern und nur einer Stunde der Spuk vorbei ist; drittens gibt es so viele unterschiedliche Divisionen mit verschiedenen Startzeiten, so dass es nicht wirklich wie eine Regatta wirkt; viertens blieb mir mit 8 anderen nur die Rolle des intelligenten Ballasts. Was aber alles rausriss: erstens gab es kaltes Bier, zweitens war das 10m Boot ein Racer und segelte schön sportlich und drittens hatten wir richtig guten Wind…ach ja und viertens gabs später beim BBQ Wraps statt labriges Toast für die Würstchen *gg*
Adelaide Hills
Hier findet sich Hahndorf, die älteste deutsche Siedlung in South Australia mit Auswanderern aus Schlesien und Preußen in den 1880er. Wir haben uns schon schwer gefreut, denn nach 2 1/2 Monaten sehnt man sich doch nach deutsche Geselligkeit…nein eher auf ein “richtiges” Brot aus Ottos bakery und “der” Michi sprach schon Stunden vor Erreichen des Ortes nur noch von ner Bratwurst. Dazu gabs natürlich Kartoffelsalat, Sauerkraut und n Hofbräuhaus…vor allem das Bier führte zu etwas Heimweh.
Und als ich bei der Metzgerei Mettwurst angeschrieben sah, war es dann auch um mich geschehen…mit nem schönen Mettbrötchen mit Zwiebeln und Co im Kopf ging ich also rein und mit nem labbrigen Brötchen und nichts anderem als besserer Salami drauf kam ich wieder raus *heul*
Wir mussten alles in allem schon schwer schmunzeln, über die Kuckucksuhren und über das was da auf den Speisekarten der “Gasthäuser” stand…schwer klischeemäßig erinnerte uns das an die Fressgasse in Rüdesheimheim. Und eine Frage: ernähren wir uns wirklich so schlecht? Schlachtplatte, Jägerschnitzel, Bratwurst, Weißwurst und und und.
(geilster Übersetzungsfehler auf der Speisekarte: Starters - Zutritt *lol*)
Barossa Valley
Das Weintal ist auch eine ehemals deutsch besiedelte Gegend. Keiner der deutschen Siedler hatte damals wirklich Ahnung vom Weinanbau und nun kommen einige der bekanntesten australischen Weine aus dieser Gegend. Nach dem Hunter Valley ist dies nun die zweite größere und bekannte Weinregion Australiens und wir bleiben dabei…die Weinberge rund um Kapstadt sind einfach schöner und noch dazu gabs auch hier keine Jobs zur Traubenernte (noch zu früh), also gings für uns weiter zum …
Mt Remarkable und Flinders Range
bevor wir die “Überlandfahrt” nach Perth antreten, gings noch ein wenig zum wandern in die Berge, naja für europäische Verhältnisse sind das Hügel. Abends beim Mt. Remarkable angekommen, so ganz allein im National Park, mitten im Wald, überkam uns nach den Waldbränden in der letzten Woche erstmalig doch ein ungutes Gefühl. Wir beschlossen doch lieber auf einem Parkplatz in der Nähe der nächsten Stadt zu schlafen und erst morgends zurück in den National Park zu fahren. Man ist ja nun doch etwas sensibilisert für die Gegebenheiten und will ja auch kein Risiko eingehen.
Auf dem Weg zum Wilpena Pound, einer Art Bergkessel in der Flinders Range gab es dann das erst Outbackfeeling. Nichts um uns rum, schnurgerade Strassen und alle halbe Stunde mal ein entgegenkommendes Auto. Dazu ein endloser Himmel und ab und an mal Baum oder Windrad. Wir sind schon schwer gespannt auf Westerna Australia und die Einsamkeit, die uns da in den nächsten Tagen erwartet.
So das war nun eigentlich schon der erst Teil vom “Adelaide nach Perth” Blog, aber da ich total hinterher hänge, dieser bestimmt auch wieder ganz schön lang wird und auch noch etwas auf sich warten läßt…na was solls :)
Für alle die mal den Atlas aufschlagen wollen oder google earth anschmeissen: wir sind gerade auf der Eyre Peninsula, das ist der kleine Zacken an der Südküste, direkt neben “little Italy” (York Peninsula). Und in den nächsten Tagen fahren wir so ca. 2000km bis an die Westküste. Aporpos die ersten 10.000km haben wir gerade geknackt. Also viel Spaß mit den Fotos und bis bald aus Western Australia :)
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1 Comments
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:) klingt auch schön. auch wenn’s einfach nur ne Stadt ist. Beim Racing wäre ich gerne dabei gewesen.
Und zum Thema Skating: NATÜRLICH ist das noch trendy. Okay. ich bin ja auch oldskooler. Aber ich mach grad ein neues Brett klar - für den Frühling.
Lieben Gruß on the other side
ɔɹɐɯ
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:) klingt auch schön. auch wenn’s einfach nur ne Stadt ist. Beim Racing wäre ich gerne dabei gewesen.
Und zum Thema Skating: NATÜRLICH ist das noch trendy. Okay. ich bin ja auch oldskooler. Aber ich mach grad ein neues Brett klar - für den Frühling.
Lieben Gruß on the other side
ɔɹɐɯ