australische Kuriositäten
Bevor wir den nächsten Reisebericht von der Tour bloggen, gibts ein paar kleine, unserer Ansicht nach bemerkenswerte Geschichten über die Aussies und das Leben hier:
Weihnachten
Auch wenn es schon was länger her ist, die Art wie die Aussis Weihnachten feiern, ist doch erwähnenswert. Nix mit Ruhe, Besinnlichkeit und Kerzenschein. Was wir so mitbekommen haben, finden sich die Aussies mit Freunden, ner Angel, nem Grill und ner Kühlkiste voll Bier am Strand ein. Oder es gibt n Riesenpicknick im Park mit family&friends. Also auf jeden Fall ist es ein outdoorfest.
Im Vorfeld wird alles schwer kitschig geschmückt: Die Eiszapfendeko und Weihnachtsbäume muten bei 30Grad plus schon etwas komisch an, Autos bekommen statt der Aussiefähnchen schonmal Rentiergeweihe und selbst Busse und Fähren werden mit Lametta und Co behängt. Ganz nach dem Motto “viel hilft viel”. Hinzu kommt ein verfrühter Karnevalsanfall, der die Sydneysider zur Weihnachtszeit überfällt, denn nach der Arbeit gehts wohl zu Weihnachtsfeiern auf denen alberne Nickolausmützen und viel Glitter im Gesicht total angesagt sind. Naja und das allgegenwärtige Gedudel von Rudolph, “let it snow”, “driving home for christmas” und co kennt ja man ja auch aus den deutschen Supermärkten.
Linksverkehr
Ja klar, an den Linksverkehr gewöhnt man sich recht schnell beim Autofahren. Nur als Fussgänger ist es teilweise echt schwierig sich das “erst links, dann rechts gucken…” abzugewöhnen, was auch mal schnell zu Hupkonzerten auf der Strasse führen kann, wenn man erst links guckt, schonmal n stückchen geht und dann erst rechts guckt *ups*
Aber wirklich strange ist, dass selbst auf Rolltreppen, Fussgänger- und Fahrradwegen Linksverkehr herrscht. Die ersten Tage in Sydney haben wir immer erstmal die falsche Rolltreppe angesteuert und mittlerweile können wir Europäer ganz einfach identifizieren, wenn sie denselben Fehler machen.
Zu diesem Thema passt auch der Schilderwald, der in diesem Land herrscht. Schönstes Beispiel: auf der Great Ocean Road gibt es alle paar Kilometer ein Schild: “drive left in Australia” also wer es bis dahin (100km vom nächsten Flughafen entfernt) noch nicht verstanden hat *kopfschüttel*
Alkohol
Vor allem in den Städten sind die Aussies beim Thema Alkohol ähnlich wie die Amis. In der Öffentlichkeit darf nur bedingt getrunken werden und in Sydney gibt es “alcohol free zones”, was für uns natürlich unbegreiflich und nervig ist. Kein Bierchen im Park oder am Strand, vom Wegbier mal ganz zu schweigen.
Wie in vielen anderen Ländern auch gibt es alle alkoholischen Getränke vur allem in liquor stores btw. bottle shops zu kaufen, die haben auch meist lange geöffnet, finden sich an jeder Strassenecke und teilweise sogar auch als drive thru - sehr geil!! An Tankstellen und in Supermärkten darf Alkohol nur verkauft werden, wenn der Store eine enntsprechende Lizenz besitzt, das gilt dann meist für ländliche Gegenden in denen Tanke und bottle shop und Pub eins sind.

Und dann Knaller: auch die Restaurants brauchen Lizenzen, um Alkohol auszuschenken. Die scheinen aber recht teuer zu sein, so dass es viele BYO (bring your own) Restaurants gibt. Da geht man tatsächlich erst in den bottle shop und dann mit der gekauften Flasche Wein oder dem Sixpack in das Restaurant. Irgendwie seltsam, wenn die Bedienung einem dann aus der braunen Tüte den Wein auspackt *gg*
Geil ist auch, dass jeder der in einer Bar arbeiten will ein Zertifikat braucht, das in einem eintägigen Lehrgang erworben wird. Hier lernt man, wie man mit Betrunkenen umgeht, sie rausschmeisst oder weiteren Ausschank unterbindet. In Bars wird teilweise einmal in der Stunde für 10 Minuten kein Alkohol ausgeschenkt, um den Konsum in Grenzen zu halten…nice try! *g*
Aldi
Ja tatsächlich Aldi hat es bis nach down under geschafft und in Sydney gibts sogar ne Aldi Street… *gg*
aber viel wichtiger für uns: Aldi rettet uns so manches frühstück. Warum der Rest der Welt noch nicht erkannt hat, wie geil “richtiges” Brot ist - keine Ahnung!! Hier gibts auf jeden Fall normalerwweise nur Toast oder sogenanntes Fenderbrot, aber Dank Aldi für uns auch manchmal echtes importiertes “german bread”, sprich schwarzbrot - zu Hause zwar kein Favorit aber davon wird man wenigstens satt :) Außerdem importieren sie Haribo und tatsächlich auch Wein aus Rheinhessen. Damit ist Aldi einer der wenigen Supermärkte mit Lizenz (siehe Alkohol).
Leider hat es Aldi zu unserer Enttäuschung nur bis an die Ostküste geschafft, so dass wir nun etwas länger auf das gute Brot verzichten müssen.
höher schneller weiter
die Aussies haben ein augeprägtes Geltungsbedürfnis und wollen immer irgendwie besser, größer, toller sein. es handelt sich am Beispiel von Leuchttürmen dargestellt also entweder um den ältesten, den hellsten, den höchsten, den weißesten Leuchtturm der südlichen Hemissphäre oder wenn das nicht passt, dann Australiens, des australischen Festlands, der Süd/Ost/West/Nordküste, des jeweiligen Staates oder wenns auch dazu nicht reicht, dann aber bestimmt der jeweiligen Region. Natürlich werden diese Infos dann in Broschüren und im Visitior Center noch ausgeführt und später steht man: vor einem Leuchtturm der zweifelsfrei ein ganz wunderbares Panorama bietet, der Rest…egal *gg*
Das Auszeichnungsbedürfnis setzt sich in die unterschiedlichsten Bereiche fort: So hat “der” Michi schon mehrfach den “best pie of Australia” gegessen, wir sind duch per Wettbewerb ausgezeichnete “sauberste städte” der Region, des Staates etc gefahren oder sahen Anzeigen für “award winning tourist attractions”.
auf dem Kopf stehende Werte
während in Deutschland Parkanlagen geschützt werden, Eltern überall für Ihre spielenden Kinder haften und der Rasen vor Ballspielen bewahrt wird, bitten einen diese Schilder im botanischen Garten von Sydney förmlich darum auf dem Gras zu laufen. “We also invite you to smell the roses, hug the trees, talk to the birds, sit on the benches and picnic on the lawns.” Wie nett, oder?
nette & hilfsbereite Aussis
egal ob beim FlipFlops kaufen oder in der Werkstatt, ständig muss/darf man seine Geschichte erzählen,. wirklich jeder fragt, wo man her kommt, wie lange man in Australien bleibt, wie lange man schon da ist, wo man schon war und wo man noch hin will…obendrauf gibts meist noch ne Menge Tips wohin man unbedingt noch fahren sollte:)
Bei uns fragt man ja Bekannte und Freunde zur Begrüßung: “Wie gehts?” Hier dagegen wird wirklich JEDER mit “How are you going?” begrüßt egal ob an der Supermarktkasse oder beim Wandern. “Finde thanks” als Antwort ist schon so drin, dass wir gar nicht mehr korrekt auf ein europäische “Hi” antworten können. Und beim Verabschieden heißt es standardmäßig “See You later”. Wirkt zwar etwas seltsam, wenn man gerade erzählt hat, dass man sich auf der Reise einmal rund Oz befindet, aber was solls *gg*
Zu erwähnen ist auch noch die, im Vergleich zu Deutschland recht hohe Hilfsbereitschaft: bleibt man mit ner Strassenkarte stehen, fragen einen Vorbeigehnde ob man klar kommt und weiß wo man ist, bleibt man im Sand stecken wird sofort Hilfe angeboten. Mit ner offnen Kühlerhaube an ner Strasse? kein Problem, hält bestimmt gleich einer und bietet seine Hilfe etc pp
to be continued…
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1 Comments
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hallo ihr beiden!
ja über diese australischen kuriositäten muss man sich schon sehr wundern. als ich zum ersten mal in australien war (2005/06), habe ich dazu auch etwas in meinem blog erwähnt. euer eintrag hat mich nochmal in erinnerung schwelgen lassen. hier ein kleiner auschnitt unserer story “das australisches prinzip”:” Da es außer 580 Km Pacific HWY heute keine besonderen Vorkommnisse gab
möchte ich die Gelegenheit nutzen und etwas über das “Australische
Prinzip”schreiben. Das “Australische Prinzip”wie wir es nennen ist nur sehr
schwer zu erklären, absolut unlogisch, folgt keinem bestimmten Schema und ist
daher für uns mitteleuropäer (insbesondere uns Deutsche) kaum verständlich.
Ich werde aber trotzdem versuchen es anhand von Beispielen zu erklären.
Wenn man im Supermarkt eine Packung Käse mit 24 Scheiben (250g) kauft bezahlt
man z.B. bei Woolworths 2,20 AU$, der gleiche Käse vom selben Hersteller mit
48 Scheiben (500g) liegt im Kühlregal genau daneben und kostet 5,80 AU$.
Australisches Prinzip!
Wenn man Mangos direkt auf der Plantage kauft sind sie natürlich billiger als
im Supermarkt. 1St für 1 AU$. Will man aber auf der gleichen Plantage eine
ganze Kiste mit 10St kaufen, muss man schon 12 AU$ bezahlen. Australisches
Prinzip!
Wenn man, so wie wir, den normalen weg nach Cape Tribulation fährt, muss man
einen Fluß mit einer kleinen Fähre überqueren. Als wir an der Anlegestelle
angekommen sind haben wir die Preise gelesen:
One Way: 8 AU$
Return: 16 AU$
Ok. Das es in Australien so etwas wie Mengenrabatt nicht gibt haben wir schonverstanden. Wenn das Return-Ticket billiger gewesen wäre hätten wir es ja
auch genommen, aber wenn es keine Vergünstigung gibt, dann fahren wir auf dem
Rückweg halt 30 km Umweg auf einer anderen Straße. Als wir dann auf dem
Rückweg waren, war es doch schön später als geplant und wir haben uns doch
noch mal für die Fähre entschieden. Als wir auf die Fähre auffahren wollten
fragte der höfliche Fährmann noch unserem Ticket:
Wir haben keins, wir wollen bitte ein One Way Ticket kaufen.
Wieso habt ihr kein Ticket? Wolltet ihr etwa da drüben bleiben?
Nein, wir dachten ursprünglich wir fahren einen anderen Weg zurück.
Es gibt keinen anderen Weg zurück. Hier ist euer Ticket, macht 8$, und kaufteuch das nächste mal gleich ein Return Ticket.
????
Warum werden überhaupt One Way Tickets angeboten, wenn sie sowieso keinerkauft (außer ein paar dummen, deutschen Touris) und es auch keinen anderen
Weg zurück gibt? Australisches Prinzip!
Auf fast 3000km Highway kommt man zwangsläufig auch an einigen Baustellen
vorbei. Baustellen in Australien sind allerdings nicht mit Straßenbauarbeiten
in Deutschland zu vergleichen. Am besten kann man das so beschreiben:
irgendwo am Straßenrand steht ein Bagger und vielleicht noch eine andere
Maschine in dessen Schatten sich 3-4 Bauarbeiter unter Aufsicht ihres Chefs
(den erkennt man daran, das er nicht, wie seine Mitarbeiter einen Helm,
sondern einen Lederhut trägt) ein leckeres, australisches Bier trinken (Ok,
Alkohol trinken in der öffentlichkeit ist verboten, aber sie essen
Sandwichs). Wirklich gearbeitet wird da nicht. Bei uns wäre so eine
„Baustelle”wahrscheinlich noch nicht mal durch Verkehrsschilder
gekennzeichnet, aber in Australien wird sogar der Verkehr von 2 (ja, zwei)
Hilfsarbeitern geregelt. Bei uns würden, wenn überhaupt 2 mobile Funk-Ampeln
den Verkehr regeln. Die „Hiwis”stehen ca. 500m vor und hinter der
„Baustelle”und lassen den Verkehr jeweils nur in eine Richtung passieren. In
Schrittgeschwindigkeit! Obwohl die Straßen eigentlich breit genug wären, um
an der Baustelle den fliesenden Verkehr 4-spurig vorbei zu leiten.
Australisches Prinzip!
Das alle Australier ehrlich sind hab ich auch recht schnell gelernt. Was mich
allerdings etwas verwundert ist, dass auch die Polizei sehr ehrlich ist. Die
sind so ehrlich, wenn Geschwindigkeitskontrollen gemacht werden versuchen sie
erst gar nicht, den sowieso immer gleich aussehenden, weißen Geländewagen zu
verstecken. Nein, noch besser! Sie hängen auch noch ein Schild ans Auto mit
der Aufschrift: “speedcamera in use”. ” Australisches Prinzip! “
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hallo ihr beiden!
ja über diese australischen kuriositäten muss man sich schon sehr wundern. als ich zum ersten mal in australien war (2005/06), habe ich dazu auch etwas in meinem blog erwähnt. euer eintrag hat mich nochmal in erinnerung schwelgen lassen. hier ein kleiner auschnitt unserer story “das australisches prinzip”:
” Da es außer 580 Km Pacific HWY heute keine besonderen Vorkommnisse gab
möchte ich die Gelegenheit nutzen und etwas über das “Australische
Prinzip”schreiben. Das “Australische Prinzip”wie wir es nennen ist nur sehr
schwer zu erklären, absolut unlogisch, folgt keinem bestimmten Schema und ist
daher für uns mitteleuropäer (insbesondere uns Deutsche) kaum verständlich.
Ich werde aber trotzdem versuchen es anhand von Beispielen zu erklären.
Wenn man im Supermarkt eine Packung Käse mit 24 Scheiben (250g) kauft bezahlt
man z.B. bei Woolworths 2,20 AU$, der gleiche Käse vom selben Hersteller mit
48 Scheiben (500g) liegt im Kühlregal genau daneben und kostet 5,80 AU$.
Australisches Prinzip!
Wenn man Mangos direkt auf der Plantage kauft sind sie natürlich billiger als
im Supermarkt. 1St für 1 AU$. Will man aber auf der gleichen Plantage eine
ganze Kiste mit 10St kaufen, muss man schon 12 AU$ bezahlen. Australisches
Prinzip!
Wenn man, so wie wir, den normalen weg nach Cape Tribulation fährt, muss man
einen Fluß mit einer kleinen Fähre überqueren. Als wir an der Anlegestelle
angekommen sind haben wir die Preise gelesen:
One Way: 8 AU$
Return: 16 AU$
Ok. Das es in Australien so etwas wie Mengenrabatt nicht gibt haben wir schon
verstanden. Wenn das Return-Ticket billiger gewesen wäre hätten wir es ja
auch genommen, aber wenn es keine Vergünstigung gibt, dann fahren wir auf dem
Rückweg halt 30 km Umweg auf einer anderen Straße. Als wir dann auf dem
Rückweg waren, war es doch schön später als geplant und wir haben uns doch
noch mal für die Fähre entschieden. Als wir auf die Fähre auffahren wollten
fragte der höfliche Fährmann noch unserem Ticket:
Wir haben keins, wir wollen bitte ein One Way Ticket kaufen.
Wieso habt ihr kein Ticket? Wolltet ihr etwa da drüben bleiben?
Nein, wir dachten ursprünglich wir fahren einen anderen Weg zurück.
Es gibt keinen anderen Weg zurück. Hier ist euer Ticket, macht 8$, und kauft
euch das nächste mal gleich ein Return Ticket.
????
Warum werden überhaupt One Way Tickets angeboten, wenn sie sowieso keiner
kauft (außer ein paar dummen, deutschen Touris) und es auch keinen anderen
Weg zurück gibt? Australisches Prinzip!
Auf fast 3000km Highway kommt man zwangsläufig auch an einigen Baustellen
vorbei. Baustellen in Australien sind allerdings nicht mit Straßenbauarbeiten
in Deutschland zu vergleichen. Am besten kann man das so beschreiben:
irgendwo am Straßenrand steht ein Bagger und vielleicht noch eine andere
Maschine in dessen Schatten sich 3-4 Bauarbeiter unter Aufsicht ihres Chefs
(den erkennt man daran, das er nicht, wie seine Mitarbeiter einen Helm,
sondern einen Lederhut trägt) ein leckeres, australisches Bier trinken (Ok,
Alkohol trinken in der öffentlichkeit ist verboten, aber sie essen
Sandwichs). Wirklich gearbeitet wird da nicht. Bei uns wäre so eine
„Baustelle”wahrscheinlich noch nicht mal durch Verkehrsschilder
gekennzeichnet, aber in Australien wird sogar der Verkehr von 2 (ja, zwei)
Hilfsarbeitern geregelt. Bei uns würden, wenn überhaupt 2 mobile Funk-Ampeln
den Verkehr regeln. Die „Hiwis”stehen ca. 500m vor und hinter der
„Baustelle”und lassen den Verkehr jeweils nur in eine Richtung passieren. In
Schrittgeschwindigkeit! Obwohl die Straßen eigentlich breit genug wären, um
an der Baustelle den fliesenden Verkehr 4-spurig vorbei zu leiten.
Australisches Prinzip!
Das alle Australier ehrlich sind hab ich auch recht schnell gelernt. Was mich
allerdings etwas verwundert ist, dass auch die Polizei sehr ehrlich ist. Die
sind so ehrlich, wenn Geschwindigkeitskontrollen gemacht werden versuchen sie
erst gar nicht, den sowieso immer gleich aussehenden, weißen Geländewagen zu
verstecken. Nein, noch besser! Sie hängen auch noch ein Schild ans Auto mit
der Aufschrift: “speedcamera in use”. ” Australisches Prinzip! “