Michis in Oz

Zwei Michis erobern Oz

04.03.09 adelaide to perth

Noch sind wir nicht ganz in perth, sondern “wohnen” 10km südwestlich davor in Fremantle (Freo) und insofern stimmt entweder die blogüberschrift nicht oder ich bin mal nicht hinterher mit dem schreiben. zudem ist “der” michi gerade in adelaide und jobbt bei einem golftunier und…ach ich fange mal von vorne an bzw mache da weiter, wo ich aufgehört hatte:

Eyre Peninsula
murphys haystacks, die Vor gut 3 Wochen am fr.den 13. sind wir in Adelaide aufgebochen - wow war selber ganz erstaunt, als ich gerade im Kalender nachgeschaut habe…das ist schon so lange her? Über die Umgebung von Adelaide hatten wir ja schon berichtet und der “kleine” Umweg über die Eyre Peninsula brachte uns zu kleinen süssen Fischerorten, tollen Stränden und viel Granit in der Umgebung, das teilweise sehr attraktiv in der Gegend rumsteht.
Wir durften auch nochmal die geballte Hitze des südaustralischen Sommers mitnehmen. Dazu kam die allgegenwärtiger Bushfeuergefahr, die in den National Parks auch öfters ein kaltes Abendbrot bedeutete. Kängi-Skelett Denn total fire ban heißt eben total fire ban, wie uns ein Ranger eines Abends beim Anblick unseres Gaskochers erklärte.  Der saftigen Geldstrafe sind wir nochmal entgangen *puh* und danach hieß es: Schnittchen schmieren.
Ein weiteres Merkmal der Hitzeperiode: bei den Wanderungen gabs zwischen dem ausgetrockeneten Gebüsch statt hüpfender Kängis einige Skelette verdursteter Tiere - ok, dass sie verdurstet sind, ist nur eine Vermutung :)
Also alles in allem schön, die Region kann man zum reisen empfehlen, nur über die Reisezeit sollte man nochmal nachdenken. Im Frühjahr also zwischen September und November ist hier alles mit Blumen übersäht, noch dazu ziehen die Wale an der Küste vorbei…thats the time to be in South Australia!

Nullarbor Plain
aha, freilaufende kamele gibts hier auch? Die baumlose Ebene - die alten Lateiner unter Euch werden es erkannt haben: nullus arbor (keine Bäume). Darauf hatte ich mich schon Tage gefreut. Auf der Fahrt von South Australia nach Western Australia durchquert man diesen National Park über mehrere hundert Kilometer. Hier gibt es nix - außer Blaubusch. Und natürlich endlose Weite, steile Klippen in den Southern Ocean, einen tiefblauen Himmel und ein grandioses Sternenzelt. und dann? es war bewölkt, total kühl und windig - echt schade, aber so wie wir diese Landschaft gesehen haben, sehen sie nicht viele und später gabs dann doch noch Sonnenschein *gg*
auf der 90mile straight Insgesamt fährt man ca 1.100 km von der westlichsten Stadt in South Australia (SA) bis zur östlichsten Stadt in Western Australia (WA), dazwischen gibt es nur ein paar Tanken, die dann gleichzeitig auch als Motel, Pub, Supermarkt dienen. Dass hier alles schweineteuer ist muss ich wohl nicht weiter ausführen…so am totalen Arsch der Welt. Als Michi nach ner Zeitung fragte, wurde er nur herzlich ausgelacht.
Die Fahrt dauert ewig: man darf nicht schneller als 100 fahren darf, es geht immer nur geradeaus und über jede abwechslungsreiche Kurve, na nennen wir es Biegung, freut man sich, aber dennoch: wir fanden es total genial. Die Landschaft ist auf den zweiten Blick doch ständig im Wandel und wirkt total meditativ und während man bei einer ähnlich langen Fahrt von Flensburg nach Garmisch wahrscheinlich 5 Nervenzusammenbrüche wegen Staus, teuren Klos auf Raststätten und anderen wahnsinnigen Benutzern der 3 spurigen Autobahn hätte, wird man hier total gelassen und nur mal ab und an durch einen vorbeirauschenden Roadtrain (Lastwagen mit bis zu 3 Containern) rausgerissen oder die Aufmerksamkeit gilt den Altkleidersammlungen am Strassenrand (mit Schuhen und Klamotten behängte Bäume).
Schuhbaum, australische Altkleidersammlung Unsere Vermutung zur Geschichte des Schuhbaums ist folgende: Am Nullarbor Motel, wo auch wir übernachtet haben, lassen gedankenlose Camper nachts ihre Schuhe und Flipflops vor dem Auto/Zelt/Wohnwagen stehen. Jeder weiß zwar, dass Hunde gerne mit Schuhen spielen, aber niemand denkt beim Anblick der Dingos (Wildhunde) daran, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und die Schuhe nachts verschleppen. Bleibt aber ein Schuh von den Dingos verschont, so landet er von frustierten Campern am Schuhbaum. Übrigens, Michis Flipflops sind seit jener Nacht auch verschollen und beim morgendlichen Suchen meinte eine Frau zu uns: If you find a blue thong (aussieslang für flipflops), keep it, it’s mine. *g*

Südküste von WA
Thistle Cove...Postkartenbucht Die erste Stadt in WA ist Norseman, sie entstand übrigens weil ein am Baum festgemachtes Pferd mit dem Namen Norseman beim Hufescharren über Nacht ein Goldnugget freigelegt hat. Der darauf folgende Goldrausch führte zu der Entstehung dieser Stadt im Nirgendwo.
Für uns hieß es in Norseman nach über 1.100km geradeaus dann endlich mal wieder links abbiegen, Richtung Südküste. In der Nähe von Esperance im Cape le Grand NP haben wir dann “das Paradies” gefunden. Die Strände, das Meer, der Sand, das Panorama…unglaublich - Leben in einer Postkarte, mehr kann man dazu nicht sagen.
In Albany, einer für australische Verhältnisse relativ großen Stadt mit 16.000 Einwohnern, gabs dann nochmal einige Jobbemühungen, aber wieder ohne Erfolg. Na gut, dann machen wir eben weiter Urlaub :)

down south - southern forests
toller wald...kann man gar nicht beschreiben Weiter westlich gabs dann wieder “nature at it’s best” diesmal in Form von Bäumen. Die Wälder waren gigantisch und einfach nur unglaublich. Am liebsten hätte ich mir stundenlang nur die Bäume angeschaut. Man kann es auch gar nicht beschreiben, diese Wälder waren einfach…anders und total faszinierend. Vielleicht sieht man es ja auf den Bildern.
Einige der höchsten Bäume wurden früher als Lookouts benutzt, um vor Waldbränden zu warnen, später wurden sie dann durch Flugzeuge abeglöst und so können heute die Touris auf die Bäume klettern. Ich kann es niemanden mit Höhenangst empfehlen, denn es geht bis zu 60m in die Höhe und das nur auf Eisenstangen, die feuerleitermäßig in die Rinde geschlagen wurden…da geht der Puls schon was hoch.
ausgehöhlter bzw ausgebrannter Baum... Andere Bäume sind total verrückt und überleben, obwohl ihr Inneres total ausgebrannt ist. Sie ernähren sich nur durch ihre Rinde. Einige dieser Bäume sind riesig und bieten schonmal Schutz bei Regen. Früher war es bei den Touris sehr beliebt mit dem Auto in diesen kleinen Höhlen zu parken, um den Daheimgbliebenen zu demonstrieren wie unglaublich das ist. Heutzutage ist das ökologische Bewußtsein ausgereifter und die Toruis werden nur noch zu Fuss durch die Bäume geleitet…schade eigentlich, der Jack im Baum, wär auch n Knaller gewesen;)

down south - coastline
wo soll man denn da durch? Die Küste besteht auch hier vorwiegend aus Limestone, ein sehr weiches Gestein und wie an der Limestone Coast in South Australia gibts auch hier jede Menge Höhlen, um genau zu sein 160!!!
Einige davon sind für Touristen erschlossen und liegen an der Caves Road…wie praktisch. *g* Und es ist für jeden was dabei: von der perfekt ausgeleuchteten Höhle mit See (die garantiert ein geniales Fotomotiv abgegeben hätte) über Höhlen mit Adventure Touren (hier kriecht man mit Helm durch die Schächte und macht sich die Klamotten dreckig) bis hin zu Höhlen mit self-guided Touren (man erkundet die Höhle alleine und folgt nicht einer Gruppe von 10-20 Touris). Und es kommt noch besser: Eine der Caves bietet adventure-self-guided Touren an. Man kann sich also die Klamotten dreckig machen und muss dabei nicht auf andere Leute warten, bis sie sich durch die Schäcchte gezwängt haben…super, das machen wir! Und man -also ich- kann sich viel Zeit lassen, um Langbelichtungszeitaufnahmen in der Höhle zu machen *gg* Die Tour war dann auch echt super, auch wenn die Höhle natürlich nicht so spektakulär wie die ausgeleuchteten Gruppentourenhöhlen war. Aber ganz alleine im stockfinsteren, nur mit Taschenlampen bewaffnet…das hat was. Die Fotos sind teilweise sogar auch was geworden :)
trau mich nicht so richtig Warum wir den Umweg zur Hamelin Bay gefahren sind, wissen wir gar nicht mehr. Das kleine Fischerörtchen besteht eigentlich nur aus einem Caravan Park und einem tollen Strand. Als wir ankamen, waren dort dann gerade ein paar Fischer am Strand, die ihren Fang filletierten und den Abfall an riiiiiiiesige Stingrays verfütterten. 5 oder 6 Rochen lagen im seichten Wasser und warteten auf Nachschub…wir konnten unseren Augen kaum trauen. Und sobald man sich ihnen näherte wurden sie neugierig und wollten was zu fressen…schlimm diese Anfütterung von wilden Tieren, aber total fasziniert, musste ich die glitschigen Viecher trotzdem streicheln *g*

Nannup Festival
neuer Hut? Jedes Jahr Anfang März findet am Nabel der Welt namens Nannup das “folk in the forest”-Festival statt. War zwar ein riesen Umweg auf unserem Weg nach Perth, aber wir hatten Lust auf Festivalessen und wollten mal schauen, wie aus einem 500Seelen Dorf ein Festivalort wird. Also alles in allem hat es uns schwer an alte Zeiten bei Folklore im Garten (Wiesbadener Festival) erinnert. Ein relativ kleines Festival bestehend aus vielen Ständen mit handmade Klamotten und Schmuck, totaaaal leckeres Essen, viel viel Musik und noch mehr Hippies. Wirklich überall war Musik. Zum einen gabs die offiziellen “Konzerte” in der Town Hall (da hatten vielleicht gerade mal 200 Leute Platz), im Pub und einem aufgebauten Amphittheater. überall spielen Kinder Musik Und dann spielten auch auf den Strassen und zwischen den Ständen überall Kinder und Jugendliche, oft mehr schlecht als recht, aber immer n Hut voller Münzen vor sich. Man muss ja die jungen Künstler unterstützen… Ansonsten gabs eben viel Folk und ich weiß jetzt ungefähr was das ist *gg* mein Lieblingslied: “save the hippies” und ein Künstler wurde neben der Violine von nem Beatboxer unterstützt - sehr bizarr aber gar nicht mal schlecht.

Arriving in Freo
Yep und seit Montag sind wir in Fremantle, der Nachbarstadt von Perth. Da uns schon einige von dem Charme und der tollen Atmosphäre hier erzählt hatten, versuchen wir erstmal hier unser Glück mit Jobs. - Perth ist ja nicht wirklich weit. Wir sind jetzt fleissig unterwegs und Michi hat schon gleich ein Angebot bekommen. Ein junger Golfprofi spielt dieses Wochenende ein Tunier in Adelaide und sein Caddy ist ausgefallen. Also ist er nun auch in Adelaide und ich bin fleissig in Fremantle unterwegs, erkundige mich, wo Arbeit gesucht wird und wo ich segeln kann. Erste Erfolge gabs auch schon…seit Mittwoch war ich jeden Tag segeln und am Wochenende steht eine Offshore-Regatta an. Nächste Woche steht dann schonmal der erste “Job” an. ich werde tauchend das Unterwasserschiff einer kleinen Yacht reinigen. Die Bezahlung: ein halbtägiger Segeltörn auf dem Swan River und eine Tauchausrüstung für 24h. Dabei kommt zwar kein Geld in die Kasse aber ich kann tauchen und segeln. Und im Swan River leben wohl auch Seepferdchen, wer weiß, vielleicht bekomm ich ja endlich mal eins zu Gesicht ;)

adelaide to perth So mehr zu den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, segeln, tauchen, golfen und co…dann bald an dieser Stelle :)

Und wie immer gibts ein Fotoalbum zu diesem Trip. (nach Gabis Anmerkung im Gästebuch habe ich mich bemüht, mehr Fotos von uns reinzunehmen, will Euch ja nicht mit der Natur langweilen, aber die ist auch einfach zu genial hier ;)) Bilder von uns finden sich übriggens auch unter: “Über uns” und unter “Wo?” seht ihr wieder, wo die Bilder entstanden sind…


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  1. 27.04.09 letzte grüße aus Freo | Michis in Oz

    [...] von bpw. Ausflugszielen, denn ausser Rottnest Island (das vor der Tür liegt) und down south (siehe Blog vom 4.März) gibt es für die Perther keine Möglichkeit mal eben n Kurztrip irgendwohin zu machen. Da muss man [...]

     

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