März in Freo - Update 19.03.09
so hat dann doch was länger gedauert mit dem Update hier aus Freo,…also hier ein paar news aus unserem Leben an der Westküste und ein paar Bilder gibts hier im Album.
arbeiten
was wollt ihr zuerst? die gute oder de schlechte Nachricht? ok, erst die Gute :) “Der” Michi hat gleich nach seiner Rückkehr vom Golftunier in Adelaide n Job in nem Golfclub bekommen. Ja genau, er ist wieder Callboy oder er nennt es Escortservice *gg* Am Wochenende steht meist Tunierorga an und unter der Woche ist er auf Abruf, was manchmal nervt, aber es kommt Geld in die Kasse und es macht Spaß.
Ja die schlechte Nachricht: ich such mir n Ast ab. Die gelben Seiten rund um Boating und Sailing sind abgegrast, ich hab sooft meine Geschichte erzählt, dass ich schon davon träume. Ich bekomme hier und da Tips und Namen, so dass ich ganze Seiten in meinem kleinen Buch fülle - ich kenn die ganze Freo/Perth Segelszene!! Tja und immer die gleichen Worte, die da auftauchen: recession, end of season, we need to take australian citizens due to unemployment und auch ganz beliebt: we just employed a couple of new people…ach f*** - die gleichen Probleme wie bei uns. Ich kanns ja verstehen, hab ich aber keinen Bock das zu akzeptieren und suche weiter. Einige wenige wollen sich melden, Segelmacher und Boat Cleaner geben mir noch Hoffnung und am Sonnrtag segel ich zur Probe auf nem Charter-Catermaran mit. *pressthumbs*
Meine zweite Anlaufstelle sind Cafes, Bars und Restaurants. Mein Lebenslauf liegt bei diversen Managern aufm Tisch, aber erstens hab ich no experience auch wenn ich betone ein “fast learner” zu sein *gg* aber wenn die den CV schon mit den Worten entgegenehmen: “You’re th 12th person applying today” dann brauch ich da gar nicht nachhaken…mach ich natürlich trotzdem, aber es nervt!!
Dritte Anlaufstelle sind die job agencies, die freuen sich über den CV und erwähnen aber immer ausdrücklich, dass ich nicht nachhaken soll. Sie melden sich, wenn was kommt, aber im Moment gibts eben keine Jobs. blablabla..ok, lassen wir dieses nervige Thema. i’ll keep you uptodate :)
wohnen
bei catherine, der französin mit der traveller-wg sind wir seit ner Woche raus. Im Garten in dem kleinen Zelt pennen ist nix auf Dauer, da im Zelt kein Platz für unsere Rucksäcke ist. Ende Januar wird da ein Zimmer frei, vielleicht gibts dann ein Wiedersehen.
Die Wohnungssuche ist hier ziemlich ätzend, da nur wenige Bock auf Kurzaufenthalte haben. Also immer die gleichen Fragen am fone: passt das Zimmer für 2 Personen? und gibts n “minimum stay”? meistens liegt der bei 3 monaten und selbst bei einem Monat ist es schwierig zuzusagen ohne dass wir beide einen Job haben.
Eine Anzeige passte dann wie die Faust aufs Auge: Teresa, ne junge Mutter (36) ist vor einigen Wochen mit ihrer Tochter Savanna (7) aus London hergezogen. Auch sie hat massive Probleme nen Job zu finden und so suchte sie jemanden für nen shortterm-stay, um die Kasse aufzubessern. Perfekt!! Teresa ist in Simbabwe aufgewachsen, macht gerne Fotos und die kleine ist schwer aufgeregt, dass wir dort wohnen…es passt einfach und wir haben ein richtiges Familienleben mit Picnic am Strand, gemeinsamen Abendessen, Sonntagsnachmittagskonzerten etc.
segeln
wenn ich nicht gerade n Job suche oder einfach nur wohne, dann gehts segeln :)) Ich versuch mich mal kurz zu halten und trotzdem nix zu vergessen, es war nämlich wieder eine ereignisreiche Segelwoche.
letzten Mittwoch gings auf ne Bakewell-White 8 (BW 8 - lohnt sich zu googlen, hab leider keine Fotos :)) schön sportliches segeln zu dritt auf nem keelboot. wir würden das wohl noch Jolle nennen…
Erkenntnis des Tages: es gibt unglaubliche viele Bavarias im Swan River und die haben hier mal gar kein schlechtes Image.
Ereignis des Tages: Berry der Skipper unserer BW 8 versuchte beim Twilight Race gegen eine Bavaria 38 mit Bekannten von ihm zu racen. Er fragte mich nach den Schwachstellen der deutschen Boote, da hab ich dann ausgepackt: sie verlieren schonmal ihren Kiel, wir nennen sie Joghurtbecher etc. :D Das hat er dann seinen Bekannten auf der 38er zugerufen und mich gleichzeitig introduced: That’s Michaela, she sails in Germany and they call Bavarias yoghurtcups. And you should be careful: apparently they loose their keels. Dooferweise war der Vermarkter für Bavarias in Western Australia anwesend, der fand es gar nicht lustig, dass ich diese - in Australien offensichtlich nicht bekannte - Tatsache verbreite. Damit habe ich wohl einen potentiellen Arbeitgeber vergrault.
Freitag abend - Gage Road Night Series: das ist ein Event mit 5 Races im Jahr und endlich mal ein Race von länger als ner Stunde. Ich war auf einer schnuckeligen 7m Kajütjolle/Keelboot mit Mick und seiner deutschen Frau Martina. Ich hoffe Martina findet den Blog nicht, denn was ich über sie schreibe ist nicht nett. Sie segelt offensichtlich nur, weil ihr Mann segelt, hat daran keinen Spaß, ist monsterängstlich und kann auch nach 12 Segeljahren noch nicht die Großschot bedienen. HORROR! Und nach 20 Jahren Australien hat sie immer noch den schlimmsten germanaccent ever - langsam verstehe ich, wenn Aussies meinen, mein Englisch wäre super *gg*
Es ging also für 3 Stunden im Swan River hoch und runter, mit tollem Sonnenuntergang, schöner Perth-Skyline im Hintergrund und etwas zuviel Ernst an Bord - dank Martina und dem fehlenden Bier.
Erkenntnis des Tages: Endlich verstehe ich wie das mit dem Spinnaker funzt, bisher bin ich ja fast ausschliesslich Gennaker gesegelt.
Ereignis des Tages 1: fast ne Yacht kentern gesehen: zu großer Spinnaker bei zu viel Wind kann doch gefährlich werden. Mr Walker hat nun auf jeden Fall einen Spi weniger im Gepäck.
Ereignis des Tages 2: Wir wurden first and fastest in unserer Division. Und da es sich nicht um ein profanes Twilightrace handelte, gabs ne richtige Siegerehrung. Mick selber ist Organisator der Races im Club und als er die Ergebnisse verlas, rief er mich nach vorne um flags & kisses abzuholen. (Martina war natürlich schon zu Hause, weil sie so müde war *brech*) Schwer stolz hängen die Siegerfähnchen jetzt bei uns im Auto :)
Laser-Segeln: am Samstag war ich beim Lasertraining - ein Alptraum! Ich trainierte mit 15-17jährigen, die zu den besten Australiens gehören, an nationalen und internationen Meisterschaften teilnehmen. ich war also Teil (oder besser Anwesende) des australische Jugend trainiert für Olympia-Trainings. Unwissentlich hab ich mich auch mit ein paar Olypioniken und gold medalists unterhalten. Einer der Jungs erzählte mir später, dass einer der Trainer im 470er Gold geholt hatte, der andere tranierte die Bejing-Segler. So weit der beeindruckende Teil des Tages, denn die Kids waren mal echt derartig fit…Ich denen immer hinterher, Segelstellung und Trimm abguckend, aber schwupps waren sie gehalst und zig Trimmeinstellungen waren zackzack verändert…
Erkenntnis des Tages: ich habe einen Laser komplett aufgeriggt, da der Club-Laser neue “bits and pieces” bekam. von neuen Blöcken und Klemmen über Cunningham und co…ganz schönes Gefuddel und hat auch nur knapp 90min gedauert. *g* Hab ich schon erwähnt, dass die Jugend von heute mit Kompass, Verklickerer und Co segelt?
Ereignis des Tages: ich bin abgesoffen! Vor lauter Bändseln und Blöcke anschrauben hat niemand und vor allem ich nicht an den Stopfen gedacht, der den Laser daran hindert vollzulaufen. Er war mir bis Samstag auch noch nie wirklich bewusst gewesen, dafür werde ich ihn in Zukunft nie wieder vergessen. Ich bin also ohne Stopfen raus gesegelt, lange Zeit war auch alles gut und ich hab mir versucht die Tricks der Lasercracks abzugucken. Als dann aber Pinne und Ruder ständig rausrutschten (hab ich erwähnt, dass der Laser bis auf das neue Rigg ziemlich im Arsch war?) war ich viel auf dem Heck des Bootes und bin dabei immer mehr vollgelaufen. Die Olympialehrer haben sich verständlicherweise nicht wirklich um mich gekümmert, auch wenn ich finde, dass sie mich auf den Umstand, dass ich absaufe schon hätten aufmerksam machen können. Ich wurde also langsamerer und deprimierter, nix funzte…ich war quasi manövrierunfähig. Und die anderen schon längst außer Sichtweite auf ihrem Monsterracecourse…dafür hatte ich ne kleine Badewanne in dem Laser…Frust!! Darüber das ich abgeschleppt wurde, möchte ich nicht weiter reden, über die ganze Geschichte eingentlich nicht, aber im Nachhinein ists einfach zu komisch…
Tallship-Sailing: Leeuwin ist ein 50m langes Tallship, dass vor allem zu Trainingszwecken eingesetzt wird. Schulgruppen, Teambuilding und Management Trainings sind beispielsweise im Angebot. Dazu kommen längere Voyages von 4-10 Tagen mit bis zu 55 Mitreisenden. Die Leeuwin sucht immer Volunteers, die mitsegeln und die Passagiere anweisen bzw die das Schiff segeln. Hier verdient man zwar nix, aber bei den Voyages darf man den Aspekt accomodation und food nicht vergessen. Man kann ja kein Geld ausgeben und schont somit die Reisekasse. Ich bin noch am überlegen, ob das was für mich sein könnte. 3 mal war ich bisher bei daysails dabei…ist halt ganz anderes segeln und definitiv nicht mein favorite. Aber macht schon Spaß, man lernt ne Menge und kann sich in was reinarbeiten, denn was es da an Strippen gibt….wow!
Das Boot ist schon faszinierend, mit insgesamt 16 Segeln und ner Menge zu tun, nur die Atmosphäre ist teilweise sehr hierarchisch und da muss ich mich wohl erst noch dran gewöhnen. Einmal war ich auch schonmal zum Probeschlafen an Bord, inklusive Nachtwache von 3-4Uhr morgens. Zu Beobachten gabs ein Containerschiff, das gerade aus Hamburg einlief *g*
Erkenntnis des Tages: I shouldn’t take pictures, when I’m supposed to work (harsche Anweisung vom first mate - ayay!! auch dann wenns nix zu tun gibt?)
Ereignis des Tages: keine 5 Minuten an Bord hatte ich schon das Klettergeschirr an und weitere 5 Minuten später war ich in 30m Höhe um die Zeisinge der Rahsegel zu lösen…f***f***f*** ganz schön wackelig hier oben!!
So und zu guter letzt noch ne schlechte Nachricht: unser Auto ist wieder im A**** - diesmal der Anlasser und die Kosten liegen wohl bei 350€, also alles was gerade reingekommen ist, schwupps wieder futsch.
Was davor geschah: “März in Freo” (jetzt auch mit Bildern gefüttert :))
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