Michis in Oz

Zwei Michis erobern Oz

März in Freo

Seit Anfang März sind wir nun in Fremantle. Hier wollen wir ein bisschen Urlaub vom Urlaub machen, Geld in die Reisekasse bringen und mal ein bisschen wohnen und runterkommen.

Da die Westküste recht wenig besiedelt ist, haben wir uns für die einzig sinnvolle Region rund um Perth und Freo entschieden. Zudem liegt hier Sailors Heaven mit ca. 10 Segelclubs und Golfers Paradise ists noch dazu: ca. 15 Golfplätze sind in der näheren Umgebung.

2-3 märz - arriving in freo

am Tag der Arbeit sind wir in Fremantle angekommen und wollten uns gleich auf die Wohnungs- und Jobsuche stürzen. Aber an so nem Feiertag ist in der Stadt einfach mal alles dicht, bis auf die Cafes auf dem “legendären” Cappucchino-Strip (hier reiht sich wirklich ein Cafe ans nächste). Unsere Motivation wurde also gnadenlos ausgebremst und auch in den Segel- und Golfclubs waren keine Ansprechpartner anwesend. Also haben wir es den Massen nachgemacht und uns n Plätzchen in nem Cafe gesucht und die Zeitungen durchforstet - aber: nix, null, nada, weder brauchbare Jobs noch Wohnungen.
Am nächsten Tag gings dann los: Wohnungsanzeigen abtelefonieren, CVs verteilen, Job Agencies aufsuchen, die 10 Segelclubs der Umgebung in google earth ausfindig machen, Golfplätze abfahren etc. Leider hört man immer die gleichen Sprüche: Rezssion, End of Season, alle Jobs vergeben etc…bad time to search a job :(
Mit unserer bisherigen Bleibe, dem günstigsten und gleichzeitig abgelegensten Camping sind wir auch nicht ganz glücklich…aber haben dann nen super Parkplatz am Strand mit Klohäuschen und Duschen entdeckt - perfekt!

4-6. März - Michis-Segelnetworking

“Der” Michi hat über die Jobsuche auf den Golfplätzen ein Angebot bekommen: ein junger Golfprofi sucht einen Ersatzcaddy für ein Tunier in Adelaide. Es gibt Cash-Kohle und natürlich ne geniale Erfahrung dazu…also ist die Sache klar. “Der” Michi fliegt von Donnerstag bis Montag nach Adelaide.
Michi und Cat, die verrückte Französin Da ich aber nicht alleine auf dem Strandparkplatz bleiben will, liegt der Schwerpunkt am Mittwoch auf der Wohnungssuche. Die meisten WG-Aushänge am Community Board, sind nat0ürlich schon weg.  Aber eine Französin, die in ihrem Haus eine Traveller-WG mit 8 Leuten beherbergt, meinte ich könnte ja im Garten campen…gesagt getan. Ich geniesse also den Luxus von nem privaten Badezimmer, Kühlschrank, Veranda, Sofa, ständig verfügbaren Strom und Internet - und noch dazu nette Leute aus Kolumbien, Frankreich, Japan, England…
Die Jobsuche konzentriert sich erstmal auf die Segelszene rund um Perth und Fremantle. Das heißt: einerseits Geschäfte und Büros rund ums Segeln abklappern (Segelmacher, Broker, Anbieter von Segeltouren) und  andererseits: networken. Meine hoffnung: beim Segeln jemanden kennenlernen, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden sucht…so und jetzt wirds was ausführlicher für die Segler :)
- 04.03.09 Twilightrace FSC - DSC_4462 Also Mittwoch abends gings zur Twilightregatta im Fremantle Sailing Club. Ich landete auf einem Boot mit Herrschaften um die 65-70, was nicht nur nett und gediegen, sondern auch sehr amüsant war: Der Bootseigner hatte nicht mehr die besten Augen, wollte aber trotzdem die Bojen so knapp wie möglich passieren. Seine “Freundin” ist mit 5 Jahren aus Deutschland ausgewandert und war froh mal wieder deutsch zu sprechen. Ein weiteres Pärchen mit deutsch-holländischer Abstammung freute sich auf deutsch-australische Vergleichsdiskussionen - es war also ein sehr gemütlicher Abend und die Herrschaften wissen nun auch um die Bedeutung eines Anlegers. (Es gab Champagne…nobel!)
Ach ja das Boot war ebenso altertümlich: ein 50foot Stahlcruiser, so kam es mir zumindest vor…mal kein Racingboot, aber why not :)
Donnerstags findt eine Twilightregatten im Royal Perth Yacht Club statt. Der liegt wie die meisten Clubs am Swan River, einem großen Binnengewässer zwischen Perth und Fremantle. Ein Segellehrer hat seine Freunde zum entspannten Feierabendsegeln mitgenommen und mich gleich dazu. Der krasse Kontrast zum Vortag: fünf 24jährige Australier mit viel Bier an Bord und das ganze auf einer kleinen 7m Holz-Kajütjolle. Perth Skyline Mein Einstand war grandios: Ich kam 10min zu spät und wir haben den Regattastart verpasst. Michael, den Segellehrer, hatte aber sofort der Ehrgeiz gepackt und schwuppsdiwupps war das Feld ein- und überholt. Und da der Gute in seinem Job wohl selbst nie zum segeln kommt, wollte er die Pinne auch gar nicht hergeben :(
Nachdem die Sonne wech war, war auch der Wind verschwunden, es gab ein original “Schwachwindsegeln” was mich schwer an friesländisches Nachtsegeln erinnert hat…alle Boote haben dann irgendwann das Rennen abgebrochen und sind in den Hafen motort und wir (ohne Motor) waren ne Stunde später auch am Steg *gg*
Freitag nachmittag war ich dann auf einem 30foot Katamaran. Mal wieder ganz was Neues. Trevor hatte mich mitgenommen, er ist der Koordinator der Schulungsaktivitäten bei einigen Segelclubs in Perth und hatte mich am Vortag auch mit der Kajütjolle und Michael connected. Zudem ist er wohl “the man to speak to” wenns ums Thema Jobs rund ums Segeln geht. Ich voller Hoffnung auf den neuen Kontakt, kam auch hier zu spät: er war schon am ablegen und musste wieder an den Stag motoren *damn!* Aber immerhin, wir waren noch pünktlich zum Regattastart.
Der Start war nicht schlecht, aber dann haben wir ne Crabbox getrailert und konnten diese nur mit Mühe aus dem Centerbord befreien. Da war das Feld natürlich schon weit voraus…irgendwas ist halt immer :) Da es sich aber um allwöchentliche Feierabendraces handelt, wird das alles nicht allzu ernst genommen. Die Einstallung lautet: Hey es ist Feierabend und man segelt ne Runde und trinkt danach n paar Bier, schnackt mit anderen Segler und eigentlich sind wir doch total happy hier, wenn wir von deutschen Travellern von deren Segelmöglichkeiten in Deutschland hören.
Trevor hat mir dann auch den Kontakt zu dem Ocean Race am Wochenende und zu nem Segellehrer verpasst, dem ich mal was über die Schulter gucken darf. Jobmäßig hat er mir jedoch keine großen Hoffnungen gemacht, aber so lange nichts anderes in Aussicht ist, werde ich weiter segelnetworken und wer weiß…vielleicht findet sich noch was :)

7-8 März “Die” Michi beim offshore Race

Terry rief mich Freitag mittag an, beim Halls Head Ocean Race fehlt ihm ein Crewmitglied und ich könnte mitkommen. Pünktlichst um 8 Uhr war ich samstag morgen am Hafen und schon schwer aufgeregt. Das Boot war ein 39foot Yacht und ich sags mal so: build to race *gg*
wenn schon keine Pinne, dann bitte ein movable wheel 3 Wochen ist Jaffa nun im Wasser und ich bekam auch gleich ein neues knalloranges Bauarbeitershirt (dient derzeit als Crewshirtersatz) und war somit offizielles Crewmitglieb. Das Boot ist nicht nur nigelnagelneu, sondern auch alles vom feinsten: komplett ausgestattet mit 3 Vorsegeln, 3 Gennakern und dem ganzen komplizierten Gedöns. “Ja, auch das ist Segeln” und solche Boote sind echt ne andere Liga. Zumal es sich eben um kein Feierabendrace handelte. Das war “serious racing” mit ständigem Wind beobachten, Konkurrenzboote auschecken, Taktik alle 5 Minuten ändern, Segel alle 10 Minuten wechseln, dem Finden des perfekten Trimms und der besten Sitzposition und und und…und vor allem die kleine Michi mittendrin: unter 6 Männern mit bösem Aussie-Slang und Segelbegriffen, von denen ich noch nie was gehört hab. Die erste Stunde dachte ich, ich muss sterben, Hobby verfehlt, kann ich noch zurück schwimmen?? wir hatten gut Wind und Lage, ich war schon klatschnass, die Finger beim ersten saildrop trotz Handschuh direkt verbrannt und erste blaue Flecken waren im Anmarsch…nene, was mach ich hier eigentlich? Aber es wurde besser, die Hektik an Bord weniger und ich hab meine Okyalos-Kenntnisse hervorgekramt und dann gings auch.

Jaffa, DAS Racingboot Listning-Comprehension lag trotzdem nur bei ca. 25%, aber ich hab langsam durchgeblickt, was die von mir wollten (you work the strings - aha!) und so war ich für die kommenden 40sm für die Falle zuständig. Heißt mein Arbeitsplatz war im Niedergang und mit dem Vordeckman zusammen hab ich das hoch und runter der Vorsegel und Gennaker koordiniert. Ansonsten immer schön aufmerksam nach Böen und Fischernetzen Ausguck halten, die richtige Sitzposition einnehmen und schnell da sein, wo man gebraucht wird - wenn man weiß wo das ist *gg*

Leider haben wir nur den 4. Platz in unserer Division belegt, das hat der guten Laune der Crew aber keinen Abbruch getan. Meine Güte was trinken die Bier hier…die Crew geben sich untereinander immer Runden aus, für den verzockten Start, das gerissene Spi, die falsche Taktikentscheidung etc. Und plötzlich erzählte Dough (der Betrunkenste) dem Rest der Runde was von “come to my level” und “i’m dragging you to my level” hat der da etwa was von Niveauanpassung erzählt? Ich konnte mir gerade noch verkneifen vom Niveaulimbo der Segelgruppe Düsseldorf zu erzählen *lol*
die orangecrew Das Race zurück war von Schwachwind geprägt und somit ziemlich entspannt…lag wohl aber auch daran, dass ich nun weiß wie der Hase auf meiner Position läuft. Verabschiedet wurde ich jedenfalls mit den Worten “yeah might take you again” (mit typischen aussie-wir-verarschen-alles-und-jeden-unterton) und jetzt bin ich mal gespannt, ob sich Terry nochmal meldet, natürlich auch in Abhängigkeit davon, ob ihm Crew fehlt.
Die Erfahrung “erstes richtiges Race” war alles in allem auf jeden Fall sehr genial, anstrengend und lern- und bruisesintensiv und ja, ich würde es wieder tun *g*

Fotos und ein Bericht vom Golftunier in Adelaide folgen :)


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5 Comments

  1. man habt ihr ein pech mit der karre

    is halt ein opel (holden = gm = opel)

    claus

  2. und wann gehts hier weiter? :)
    was treibt ihr so den ganzen tag in eurer wg?

    lieben gruß aus dem frühling in den sommer.

  3. so. ich buche schon mal ein regattatraining bei meinem lieblingsskippi - da kannste mich mal dann auf dein niveau draggen :D (SKS-Praxis 2010 sag ich nur!)

  4. Ach herje, was soll ich da noch sagen? Ausser: “Neid”!!!

    Freue mich für dich, dass du so viel zum Segeln kommst und dort Kontakte aufbaust. Lass dir mal schön viel beibringen und dann kannst du uns hier nach eurer Rückkehr hier coachen ;-) Und dann schmieden wir mal Pläne, wo wir hier racen…

    Grüße aus einem regnerischen, kalten Düsseldorf!

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  1. März in Freo - Update 19.03.09 | Michis in Oz

    [...] davor geschah: http://www.michisinoz.de/2009/03/marz-in-freo-update/ (jetzt auch mit Bildern gefüttert :)) Tagged as arbeiten, Fremantle, segeln, western australia [...]

     
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    1. claus

      man habt ihr ein pech mit der karre

      is halt ein opel (holden = gm = opel)

      claus

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      1. Marc

        und wann gehts hier weiter? :)
        was treibt ihr so den ganzen tag in eurer wg?

        lieben gruß aus dem frühling in den sommer.

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        1. Marc

          so. ich buche schon mal ein regattatraining bei meinem lieblingsskippi - da kannste mich mal dann auf dein niveau draggen :D (SKS-Praxis 2010 sag ich nur!)

        2. comment_type == "trackback" || $comment->comment_type == "pingback" || ereg("", $comment->comment_content) || ereg("", $comment->comment_content)) { ?>

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          1. Fabian

            Ach herje, was soll ich da noch sagen? Ausser: “Neid”!!!

            Freue mich für dich, dass du so viel zum Segeln kommst und dort Kontakte aufbaust. Lass dir mal schön viel beibringen und dann kannst du uns hier nach eurer Rückkehr hier coachen ;-) Und dann schmieden wir mal Pläne, wo wir hier racen…

            Grüße aus einem regnerischen, kalten Düsseldorf!

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