14.04.09 Ostern in Freo & Flying 15 State Championchip
Verspätet schicken wir noch ganz liebe Ostergrüße in die Heimat.
Tatsächlich hatten wir am Ostermontag ein richtiges Osterfest mit Teresa und Savannna. Die Kleine hat Schokoeier im Garten gesucht und ist bei jedem einzelnen Fund völlig ausgeflippt…Kinder sind so schön einfach happy zu machen :)) Danach haben wir Eier bemalt und the only way to eat “Sol-Eggs” kennen die beiden jetzt auch :)
Also eigentlich haben wir so alle Ostertraditioinen unserer Kindheit hier aufleben lassen und als dann nachmittags Teresas Familie (die halbe Sippschaft ist aus Simbabwe hierher ausgewandert) zum Lammeintopf kam, war dann das Familienfest perfekt. Das alles führte aber natürlich auch dazu, dass ich meine Family total vermisst habe…*schnief*.
Ansonsten - wie sollte es anders sein - war das Osterwochenende mal wieder durch 2 bestimmte Sportarten geprägt: Schach und Darts….äh ja ne golfen und segeln :) “der” Michi hatte ein großes Ostertunier am Wochenende, das er mitorganisiert hat. Neben Golf gabs auch lustige Nebensportarten wie Ostereierweitwurf - ohne Worte!! Na ja dazu an andere Stelle mehr - ich denke noch diese Woche gibt es endlich nen Blog und der running gag findet sein Ende ;)
So und nun zu meinen Erfahrungen bei meiner ersten großen Segelregatta auf ner Jolle. Die Western Australian State Championchips der Flying 15 sind in etwa mit Landesmeisterschaften zu vergleichen. Da es aber in WA nur wenige Städte und noch weniger Yacht Clubs mit Flying 15s gibt, waren die 35 teilnehmenden Boote alle aus gerade mal 3-4 Segelclubs angereist.
Ich als frischgebackenes Ehrenmitglied des South of Perth Yacht Club war natürlichs schwer aufgeregt. Bis zu guter letzt hab ich es nicht ganz für möglich gehalten, befürchtet, dass das mit der Mitgliedschaft doch nicht durchgeht oder sonstwas passiert…denn die Möglichkeit bei so nem Ereignis aktiv dabei zu sein erschien mir doch zu phantastisch. Ursprünglich hatte ich ja gefragt, ob ich bei dem Event Fotos machen kann und dann kam plötzlich alles anders: mit Richard, der nach ner Crew suchte, der Mitgliedschaft und und und.
Im Vorfeld haben die Leute schon immer etwas komisch “wissend” reagiert, wenn ich erzählt habe, dass ich mit Richard segel - ich denke sie wollten mich warnen, aber das hab ich vorerst ignoriert…aber dazu später mehr, jetzt immer schön der Reihe nach: Am Donnerstag abend gings mit einer Welcome Cocktail-Party los und am Karfreitag gabs morgens das ganze Programm mit registration, informationen zu den races und so weiter. Viel langwieriges bevors dann mittags bei mäßigem Wind endlich aufs Wasser ging. Insgesamt sollten 7 races stattfinden, für Freitag waren 2, Samstag 3 und Sonntag wieder 2 geplant.
Aber obwohl wir mit meiner Glücksnummer 17 unterwegs waren und ich vorher extra noch das Buch “crew to win” verschlungen habe, hatten wir eigentlich nur Pech. Beim ersten Rennen ist uns erstmal der Spi gerissen - ja erstmal! Wir sind dann schnell (bei nachlassendem Wind *grrr*) zum Yacht Club zurückgesegelt um den Ersatz Spi zu holen, haben aber trotzdem den zweiten Start um wenige Minuten verpasst…damn - das wars dann schonmal für heute.
Ich hab mich natürlich schrecklich gefühlt und war fest davon überzeugt, dass die Spinnaker-Katastrophe meine Schuld war. Später haben mir aber die anderen alle versichert, dass es die Schuld des Skippers ist, wenn der Spi über den Bug geht, weil er ihn nicht schnell genug gedropped hat…anyway - von Richard habe ich diese Schuldeinschätzung nie gehört. Abends gabs dann mein persönliches Highlight des Tages: ein hervorragendes Seafood-BBQ - war ja Karfreitag. Den Spinnaker hab ich dann langsam aber sicher vergessen und da ich die genrelle Einstellung das Materialbruch zum Segeln einfach dazugehört wohl nicht so gut verinnerlicht habe hat mir eine nicht unerhebliche Menge an Weisswein geholfen *g*
Am Samstag morgen war ich dann aber wieder hochmotiviert und wollte definitiv mein Bestes geben, aber Richard gab mir mehr und mehr das Gefühl, dass ich nur scheisse baue. Er flucht die ganze Zeit vor sich hin und gleichzeitig antwortet er auf meine Frage wo ich was und wie improven kann immer mit “no worries”. Ja ne, so wird das auch nix, ohne Feedback keine Besserung und ohne einen Funken “funny” an Bord mag auch die Michi irgendwann nicht mehr.
Mittlerweile nörgelt Richard die ganze Zeit über das Boot, das sich wohl komisch segelt, na der Fehler wird schon irgendwo liegen, aber bestimmt nicht bei ihm, hat er mir doch im Vorfeld von seinen Erfolgen, Teilnahmen an World und National Championchips erzählt, mir erklärt, dass er “a reasonable good sailor” sei und vor allem am Start ne Kanone, sein Boot wie ne Rakete abzischt und so weiter und so fort…na irgendwann und vor allem nach den Gesprächen mit den anderen Teilnehmern, die mich immer öfter ganz vorsichtig aber offensichtlich nach meinen Erfahrungen mit Richard ausfragen, stelle ich fest: der Typ überschätzt sich masslos und sucht gerne die Schuld bei anderen. Zudem scheint er altes Material zu haben und ständig ist was bei ihm kaputt, so zumindest die anderen Clubmitglieder, Richard würde das natürlich so nie sagen *gg* Treffenster Satz des Abends: “That’s why he hasn’t got a crew…” scheinbar hält es niemand länger bei ihm an Bord aus. Eine kleine Geschichte um mal seinen Charakter zu beschreiben: Auf dem Weg zu unserem Race segelt er doch glatt mitten durch ein anderes Regattafeld und fordert tatsächlich auch noch sein “Raum” ein…einfach unglaublich gefrustet der Gute.
Tatsächlich scheinen mittlerweile alle mit mir Mitleid zu haben und das ist mir nach und nach schon schwer unangenehm was dazu führt, dass ich Mitleid mit Richard hab…dummes Ding bin ich doch! Dennoch war ich am Samstag abend kurz davor alles hinzuschmeissen, aber ich hab mich dann doch zum Durchhalten gezwungen und hab mich Sonntag morgens in die Segelkluft geschwungen statt schön auszuschlafen und ein Osterfrühstück zu geniessen… Ach so noch zu den Ergebnissen von Samstag: wir haben alle 3 Rennen beendet, was mein persönliches Tagesziel war und wir hatten immer so zwischen 5 und 9 Booten (von 35) hinter uns…immerhin - aber das kann einen Richard natürlich nicht zufrieden stellen.
Ja der Sonntag war dann Teil 3 der Horrorregatta…endlich gabs richtig Wind, der mich aber auch aller Kräfte - physisch wie psychisch beraubt hat. Die Kurzform. Es fing an mit einer Kollision und 2 penalty-360° bei denen wir fast gekentert wären, dann ist der zweite Spi gerissen (diesmal wirklich altes Material), später segeln wir zu großen Teilen in ner Badewanne, da die Wassertanks vollgelaufen sind und somit nehmen wir eine Welle nach der anderen mit und verschlimmern das Problem massgeblich. Zu guter letzt gehe ich noch über Bord, da sich meine Hobbels (Fussfesseln statt Toestraps) gelöst haben und ich gerade schön ausreiten wollte, da macht es plötzlich platsch…ach alles kein Spass, bzw ja man hätte es mit Humor und Spaß sehen können, aber nicht wenn man Ernst ähhh Richard heisst. Also die letzten beiden Races der Regatta haben wir irgendwie beendet, reden wir nicht von den Platzierungen. Ich war irgendwann nur noch froh, das es vorbei war.
Am Sonntag abend gabs dann noch ein Presentation Dinner, das Richard, feigerweise wie ich finde, geschwänzt hat…ob er wohl den ein oder anderen Spruch wegen seines miesen Abschneidens kassiert hat? Na mit ist schon klar, das er mit einer erfahreren Crew deutlich besser abschneiden würde und wir bestimmt auch einfach ne Menge Pech hatten, aber ich war nicht diejenige, die auf 1-2 Probesegeln verzichtet hat und mach mir jetzt einfach mal keine Vorwürfe sondern verbuche das ganze unter Erfahrung, freu mich, dass ich doch das ein oder andere gelernt hab und sage in diesem Fall: Ich habe überlebt *gg*
Tja und wiedereinmal muss ich feststellen…ohne funny an Bord, ist segeln einfach nix für mich. Dazu noch eine kleine Anekdote am Rande: Lustigerweise sucht Richard am schwarzen Brett nach permament crew mit folgendenn Text: must be keen und competitive and need a good sense of humor and a laugh while sailing…aha, ich war kurz davor das ein oder andere durchzustreichen, hatte aber glücklicherweise keinen Edding zur Hand *gg*
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2 Comments
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Uiiii. Just reading it :)
jooooah. ich würd mal sagen: AUCH das ist segeln *g* (macht mit funny an board aber three times so viel fun!)
Du Armes.
Klingt trotzdem interessant und ziemlich lehrreich. (Aber ists beim Spi-Droppen nicht eher so, dass er unter das Boot gerät, wenn der blöde Skippi das Ding viel zu schnell runterlässt???).
Lass Dich nicht unterkriegen, du Ehrenmitglied.
Schönen Gruß in den Herbst.
MarcP.S.: Check your mail. Hab Dir nen PDF hochgeladen :D!
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yeah! schach, darts und ostereierweitwurf. endlich mal sportarten, die ich wenigstens schon mal ausgeübt habe ; ) bin gespannt auf ausführlichere berichte, vor allem über letzteres!
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Uiiii. Just reading it :)
jooooah. ich würd mal sagen: AUCH das ist segeln *g* (macht mit funny an board aber three times so viel fun!)
Du Armes.
Klingt trotzdem interessant und ziemlich lehrreich. (Aber ists beim Spi-Droppen nicht eher so, dass er unter das Boot gerät, wenn der blöde Skippi das Ding viel zu schnell runterlässt???).
Lass Dich nicht unterkriegen, du Ehrenmitglied.
Schönen Gruß in den Herbst.
Marc
P.S.: Check your mail. Hab Dir nen PDF hochgeladen :D!
yeah! schach, darts und ostereierweitwurf. endlich mal sportarten, die ich wenigstens schon mal ausgeübt habe ; ) bin gespannt auf ausführlichere berichte, vor allem über letzteres!