Michis in Oz

Zwei Michis erobern Oz

27.04.09 letzte grüße aus Freo

Nach genau 8 Wochen hier in Fremantle ist heute große Aufbruchstimmung angesagt. Packen, Auto sauber machen, letztes Mal im großen Supermarkt einkaufen und von Teresa und Savanna müssen wir uns auch leider verabschieden *schnüff*

perth@night Denn heute mittag gehts dann auf, die Westküste hoch, ins nichts. Uns erwarten wenige Städte, viel Einsamkeit und wie alle sagen: eine atemberaubende Natur. Na wir sind gespannt und verlassen Perth und Fremantle mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber ein Auge lacht auch, weil wir schon überlegen unsere letzten Wochen im Oktober/November erneut hier in Perth zu verbringen.

will be back...some day :) bye bye - winke winke staues in the backyard

Rückblickend war es arbeitstechnisch hier für den Michi ein voller Erfolg. Er hat hier fast mehr verdient als zu Hause bei der Zeitung und noch dazu macht die Arbeit auf dem Golfplatz auch jede Menge Spaß. Auf jeden Fall ist unsere Reisekasse nun gut gefüllt und sollte hoffentlich ein paar Monate vorhalten. Bei mir war es ja etwas schwieriger mit der Jobsuche und auch der Bootcleanerjob war nicht von großartiger Konstanz geprägt. vom Boot gefallen *aua* Nur ca. 2 Wochen hab ich Boote geschrubbt, aber da es morgens mittlerweile auch echt frisch ist und ich die ganze Wasserverschwendung und “Putzmittel-ins-Wasser-schütt”-Geschichte eh nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann, war das vielleicht auch besser so. Teilweise haben wir echt Boote geputzt, die blitzblank waren und da kommt man sich echt verarscht vor! Noch dazu bin ich einmal von so ner doofen Motorbratze beim Klamenpolieren gefallen und hab dabei fast mein Handy geschrottet und mir nebenbei noch die fiesten blauen Flecken geholt…nänää so ein Berufsrisiko ist echt nix für mich. Und eigentlich gefällt mir die Arbeitsteilung so ganz gut: Michi schafft das Geld nach Hause und ich geh segeln :D Und segeltechnisch war die Zeit hier für mich ja auch ein voller Erfolg…echt der Knaller!

Perth view from Kings Park Nochmal ein paar Worte zu Perth, der abgelegensten Metropole (1,5 Mio) der Welt: Adelaide ist 2750 km entfernt, Melbourne rund 3500 km, Sydney fast 4000 km und Darwin 4350 km. Auf europäische Verhältnisse übertragen entspricht die Enfternung Perth - Sydney der zwischen Madrid und Moskau - wir befinden uns also am A**** der Welt. Ich dachte immer, was macht das für einen Unterschied, wie weit die nächsten Städte entfernt sind, aber nach ein paar Wochen merkt man den Unterschied. Einserseits hört man immer die gleichen Orte von bpw. Ausflugszielen, denn ausser Rottnest Island (das vor der Tür liegt) und down south (siehe Blog vom 4.März) gibt es für die Perther keine Möglichkeit mal eben n Kurztrip irgendwohin zu machen. Da muss man dann schon fliegen, um mal was von der Welt oder auch der Nachbarschaft zu sehen. Ach apropos fliegen: Wenn hier ein Flugzeug in einigen Kilometern Höhe über Perth hinweg fliegt und hier nicht landet oder startet, dann ist das hier ein Ereignis worüber gesprochen wird. Die Stadt ist einfach so abgelegen, dass keine der Langstrecken-Flugrouten über Perth führt. Schon etwas abstrus, wenn man aus Europa kommt :D
Fremantle Port morgends um 7 Ein anderes “Dorf-Phänomen” erlebt man, wenn man abends weggeht. Denn zumindest in Fremantle laufen einem doch irgendwie immer die gleichen Leute über den Weg und man hat echt das Gefühl jeder kennt jeden!
Die Abgelegenheit und den Mangel an Abwechslung bemängeln auch die Perther am meisten. Die großartige Lebensqualität mit Strand vor der Tür, der tollen Natur etc wissen sie oftmals gar nicht zu würdigen und beneiden uns Europäer eben um die Vielfalt…naja the grass is always greener on the other side.
Perther Wahrzeichen Und dann frage ich immer: in welcher anderen Metropole sieht man 1-2 Mal pro Woche Delfine? ok, das hängt bestimmt auch mit einer gewissen Affinität zu einer gewissen Wassersportart zusammen, aber selbst beim Boote schrubben habe ich Delfine im Swan River zwischen den Stegen schwimmen sehen.
Ach ja Tiere: die schwarzen Schwäne sind das Wahrzeichen Perths und nach Ihnen ist auch das Segelparadies Swan River benannt. Einige Perther meinen ja, die schwarzen Schwäne gäbe es nur hier, aber weit gefehlt, ich habe die auch schon in Adelaide und einigen anderen Orten gesehen. Aber da viele Perther die Region hier noch nie verlassen haben (siehe abgelegneste Metrople *g*), sind sie wohl zu dieser Meinung gekommen.
Erwähneswert über Perth ist noch der größte innerstädtische Park der Welt. Der Kings Park toppt in seinem Ausmaß sogar den Central Park und von hier hat man tolle Ausblicke auf den River und die Innenstadt. Die Innenstadt (CBD - Central Business District) dagegen ist super klein und der Rest der Stadt erstreckt sich über unendlich viele Vororte. Demnach wirkt Perth auch nicht wie eine Metropole, zumal ja auch noch in der Mitte der riesige - von Segelbooten bevölkerte - Swan River liegt.
ne Ratte? ach ne Quokka In der letzten Woche haben wir dann noch Touriausflüge ins Swan Valley (*gähn* noch ein relativ charmeloses Vinevalley ohne Berge) und nach Rottnest Island gemacht. Rottnest Island ist DAS Ausflugsziel der Perther. Der holländische Entdecker der Insel hat die Insel als Rattennest (Rottnest) bezeichnet. Die vermeintlichen Ratten sind aber Quokkas, kleine Beuteltiere, die es “fast” nur hier gibt und die dank der 500.000 Besucher pro Jahr recht zutraulich sind. Auf der 11km langen und 5 km breiten Insel bewegt man sich entweder mit dem Fahrrad oder dem Bus fort. BiketourWir hatten die Insel dann innerhalb von 4 Stunden mit dem Rad umrundet, um uns dann faul an den Strand zu legen. Ja die Insel ist alles in allem ganz nett, aber wir sind einfach naturtechnisch zu verwöhnt;) Außerdem kann man sich dank der 1000 Mooringbojen in den Buchten vorstellen, wie überlaufen es hier im Sommer ist.

So, jetzt noch ein kleines Segeltagebuchupdate:
18.4. nach den State Championchips der Flying 15 stand noch ein weitere Highlight auf dem Programm: das Lady Skipper Race im Fremantle Sailing Club. Ich hatte mein Skipperdebüt auf “Jason” einer J24 - nur leider wurden wir größtenteils von der bösen Schwachwind-Fee heimgesucht, so dass wir viel rumgedümpelt sind. Normalerweise kommt hier nachmittags ja der “Fremantle Doctor” eine südwestliche seabreeze zu Besuch, aber ich habe ja schon öfters festgestellt, dass Petth zu unrecht als drittwindigste Stadt der Welt bezeichnet wird. Aber immerhin haben wir nicht wie viele andere aufgegeben, so dass ich immerhin sagen kann, dass ich mein erstes Race als helms(wo)man beendet habe.
ich glaub das ist ne BM 19.4. zum saisonende hat der Royal Freshwater Bay Yacht Club eine Old Gaffers Regatta veranstaltet. Teilnehmen durften Holzboote und alles was ein Gaffelsegel hat - was meist impliziert, dass es sich um ein Holzboot handelt, denn Polyvalken hat der Swan River noch nicht gesehen *gg* Aber tatsächlich habe ich auch eine BM gesehen, glaube ich zumindest ;) Ich war auf eine Herreshoff 28 und habe von dort die alten Boote (von 1911!!) beobachtet und nebenbei lecker mit Wein und Käse gesnackt. Es war also richtig gemütlich und ein toller Sonntag Nachmittag…ne gute Mischung aus racen und cruisen.
22.4. ein weiteres midweek race im Royal Perth Yacht Club ist deshalb erwähnenswert, weil ich die erfahrenste an Bord war!! Wilna, die Skipperin der Cole 32, segelt seit zwei Jahren und verwechselt gerne mal Halse und Wende, spricht von links und rechts und noch dazu waren wir mit 4 Mann an Bord (wovon einer das erste Mal auf nem Boot war) hoffnungslos unterbesetzt - und das ganze bei richtig guten Böen. Aber wir hatten trotzdem jede Menge Spaß und lustigerweise meinten alle später, sie hätte ne Menge von mir gelernt *lol*
der River ist bunt 25.4. am Closing Day der Sommersaison findet der Diggers Cup statt bei dem knapp 100 Boote teilnehmen. Gesegelt wird im Swan River mit einem Handicap Start. Das heisst, die Boote starten innerhalb einer Stunde nacheinander gemäß ihrem Handicap und theoretisch treffen dann alle Boote im Ziel aufeinander *gg* Also das war schon ein tolles Schauspiel, wenn bei schönstem Sonnenschein so viele Boote mit dem Spi segeln. Das war echt ein 1A Abschied von der Sommersaison und auch für mich vom Segeln für die nächsten paar Tage oder Wochen oder Monate? :(

der River ist crowded Wie gesagt, die Sommersaison ist zu Ende und nun finden eben deutlich weniger Races statt…es gibt eine frostbite-series, also quasi eine Wintersaison mit weniger Rennen, aber dennoch wird hier das ganze Jahr über gesegelt…hach! Aber das Ende der Sommersaison ist neben dem startenden Herbst und dem damit verbunden Jobmangel eine guter Grund sich hier mal loszureissen.

Also wir melden uns baldmöglichst wieder. Sind ja jetzt auch mit Twitter im Blog, so dass wir auch mal n kurzes Lebenszeichen in die Welt schicken können - sofern wir Handyempfang haben ;)


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