April in Freo - Update 07.04.09
Meine güte was hier die zeit verfliegt…
irgendwie nix neues hier im westen und doch passiert eine menge. um es vorwegzunehmen: “der” Michi bastelt nun endlich an seinem “golfblog” - danke der nachfragen *gg*
auch ich hab endlich irgendwie 3 jobs, wobei keiner davon von dauerhafter Beschäftigung geprägt ist.
Von dem Charter-Katamaran Escapade hatte ich ja bereits berichtet und beim Segelmacher UK-Halsey hab ich in der letzten Woche noch mal 3 Tage gearbeitet. Segelmacher stellen ja nicht nur Segel her, sondern auch Sprayhoods, Sailbags und sonstige Verkleidungen am Boot und das alles maßgeschneidert. Ja schneidern passt da ganz gut in dem Zusammenhang: Geoff hat in seiner Werkstatt 3 Nähmaschinen in den Boden versenkt - da arbeitet es sich leichter, wenn man ein Segel von 50qm zusammennäht ;)
Das Handwerk Segelmachen an sich ist mal echt schwer kompliziert und wird in einer 2-3jährigen Ausblidung erlernt, ich durfte mich also an der Verkleidung einer handrail von einem 50ft-Segelwohnwagen versuchen. Hätte ich bloss mal früher den Umgang mit Nähmaschinen gelernt, wobei mir das bei Stoffbahnen von über 20 Metern Länge wohl auch nur bedingt geholfen hätte. Also das Nähen blieb mir erspart, dafür hab ich ein anderes neues Lieblingswerkzeug: das hot knife. Man brauch wohl nicht viel dazu erklären - jedes Material schneidet sich eben wie ein heisses Messer durch Butter. Außerdem hab ich gefühlte 3000 Druckknöpfe verarbeitet und durfte feststellen wie kompliziert ich doch damals meine Tetrapak-Portemonnaies gebastelt hab - es gibt dafür ja richtiges Profiwerkzeug :D
Mit den handrails hatte ich also mein eigenes Projekt und ca 2-3mal am Tag gings zum Boot, um weitere Markierungen der Maßanfertigung vorzunehmen, die Passung zu überprüfen etc…nebenbei war ich helfende Hand beim Anfertigen und Reparieren von Segeln oder hab die Herren Segelmacher bei ihrem Kunstwerk beobachtet - also alles in allem echt spannend!!
Am Montag dieser Woche hab ich bei A1 Marine Detailing angefangen. Lapidar ausgedrückt wäre die Berufsbezeichnung wohl “Bootsputze” d.h. schicke Motorbratzen werden auf Hochglanz polieren. Tja und just an meinem ersten Tag gibts nen ganz klasse Job und ich bin dabei: Eine 30m lange Luxusyacht wird in einem Monat zu Wasser gelassen und befindet sich gerade in der Möbelierungsphase. Und wenn ich sage Luxus, dann meine ich Luxus, ich bin geneigt zu vermuten, dass die Yacht Abramowitch gehört, aber ich fürchte, dafür die sie doch zu klein *gg* Um die Dimensionen zu verdeutlichen: der kleinste Flatscreen, den ich finden konnte reichte von den Fingerspitzen meiner linken bis zu denen meiner rechten Hand!!!
Und davon gab es in jedem verdammten Schlafzimmer einen!! Das Interieur: dunkles Mahaghoni mit weißem Leder - recht gediegen und alles sehr shiny und glossy. Ach ja, da liegt auch meine Aufgabe: Staubfreiheit der spiegelglatten Holzflächen und das Aufdecken von scratches und Beseitigen von Kleberesten…das heisst den ganzen Tag Terpentin in der Nase und für die Katz arbeiten, denn nebenan schreinern sie und 20-30 Leute sind auf dem Boot am arbeiten, rennen durch alle Zimmer, machen neue Fingerabdrücke…sprich, nicht nur der Staub ist nach 2 min wieder da wo er nicht sein soll :( Dementsprechend haben wir (Ash und ich) am ersten Tag ganze 4 Zimmer in 8 Stunden geschafft,. Ich hab auch noch keinen Überblick wie viele Zimmer es gibt und ob wir durch alle durch müssen, das Boot ist einfach riesig und unüberischtlich und ich bin mir sicher irgendwo wirds auch nen Pool geben *lol*
Heute lernte ich dann den ultimativen Einsatz verschiedener Hygieneartikel wie Zahnbürste undd Ohrenstäbchen kennen *grrr* ich hoffe bald darf ich einfach nur Klampen polieren…etwas nervig ist auch die Arbeitseinstellung von Ash, der mich dazu anhält langsam zu arbeiten, das geht mal gar nicht und macht mich rasend. Und dann dieses nicht -Mitdenken. We’ve been told to do that/not do that *aaargh* ok, ich versuche mich zu beherrschen und mir trotzdem diese Arbeitsweise nicht anzugewöhnen, schon meiner Kollegen in Kölle zu liebe :)
Ansonsten ist hier wie gesagt alles beim alten, wir bringen Savanna mittlerweile schwer deutsch bei und auch Teresa lernt ganz gut mit. Michi spielt gerade Babysitter und Chauffeur, da auf dem Golfplatz am Anfang der Woche immer Flaute ist und Teresa gerade nen Urlaubsvertretungjob hat. Und da das Wetter hier im Moment noch total bombastisch ist (heute 33 Grad!!) steht nebenbei das Projekt “Surfen” bei ihm mit auf dem Programm. Zum Wochenende und Ostern wirds dann aber wieder schwer busy im Golfclub, da eine Menge Tuniere anstehen.
Und nun noch für die Fans des Segelblogs - diesmal wirds echt kurz, da die Segelwoche ja durch arbeiten geprägt war:
Noch dazu kommt, dass nun seit Ende des daylight saving (Sommerzeit) viele twilight-races nicht mehr stattfinden und sich die Saison eben generell dem Ende zuwendet. Zwar finden einige races an den Wochenenden das ganze Jahr über staatt, aber es wird nun doch deutlich weniger. Samstag morgen sollte ich dann eigentlich beim Etchell-State-Championchip Fotos machen, aber das korrelierte dann mit einer anderen Regatta bei der ich mittags mitsegeln wollte. Naja und segeln geht eben doch vor fotografieren…Im Nachhinein hab ich mich geärgert, dass ich Myles, mit dem ich die letzten beiden Samstage geseglt bin, einen Korb gegeben habe, aber ich wollte samstags mal im River racen.
Generell ist Samstag Yacht&Keelboat-Tag, während dann am Sonntag die dinghys unterwegs sind, der Swan River bevölkern und racen. Ich hab mal die Segel- und auch die Golf-Clubs gekennzeichnet, so dass man sich ein grobes Bild machen kann, wo wir so unterwegs sind :) ja zurück zum Samstag, das Race war leider nicht nur von Schwachwind geprägt - mal wieder - sondern auch von viel viel Ernst an Bord:( Der Ton an Bord war schon sehr harsch und rude, was aber zum Glück nicht mich betroffen hat. Das Positive: Ich hab eine intensive Einweisung in die Arbeit auf dem Vordeck erhalten und nach gefühlten 20 Halsen und ca 5 mal hoch und runter mit dem Kyte kann ich behaupten, dass ich das mit dem Spinnaker nun endgültig raus hab :) Ach das Boot war übrigens eine Viking 30.

Sonntag war ich dann wieder mit Peter auf nem Flying 15 verabredet. Morgens um 8!!! gings los und es sollten 4 kurze races stattfinden. Ich war echt schwer aufgeregt, vor allem weil ich ja an Ostern die State Championchips mitsegeln will und dafür ein “Training” mit 4 Starts echt mal gut gewesen wäre…und dann, was passiert? Das Großfall ist gerissen…gibts denn sowas? Ein verdammtes Pech aber auch oder nennen wir es Murphys Law, keine Ahnung, Peter und ich waren schwer geschockt und den Tränen nahe und erst als ich später 4 Boote mit gebrochenen Mast reinkommen sah, kam mir wieder mein Lieblingsspruch in den Sinn: Schlimmer geht immer! *g*
Ich hab mich dann mal fix auf nem Motorboot eingenistet und das Training der 420er und Laser dokumentiert…leider gabs erstmalig keine andere Möglichkeit zu segeln, ich bin schon schwer verwöhnt hier!! Aber ein paar nette Pics gibts dafür :)
Für die State Championchips hat mich jetzt Richard angeheuert und heute habe ich die Nachricht bekommen, dass ich ein honorary membership im SoPYC bekomme, damit ich da mitsegeln kann. Ich wäre auch echt bereitt gewesen erstmals hier fürs Segeln was zahlen zu müssen, aber hey, Ehrenmitgliedschaft bvis zum Saisonennde?? Gerne…und das beste: ich segel State Championchips…wie geil ist das denn!!
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