Michis in Oz

Zwei Michis erobern Oz

24.07.-01.08.09 Broome - Wyndham: 8 Tage Gibb River Road - 8 Tage Staub

Lange haben wir hin und her überlegt, ob wir die Gibb River Road überhaupt fahren sollen, eine ca. 700km lange Gravel Road, die sich teilweise in einem sehr kritischen Zustand befinen soll und die generell nur mit Allradantrieb befahren werden darf. Hält der Jack das durch? Hält die Achse, die sich doch in einem bedenklichen Zustand befindet? Kommen wir mit einem Ersatzreifen klar? Wir hatten schon viel gehört, einige haben sich 4 Reifen kaputt gefahren, andere mussten ihr Auto ganz aufgeben und andere hatten gar keine Probleme…und haben wir nicht schliesslich n 4 Wheel Drive gekauft, damit wir überall hinkönnen?

Camelkaravane am Cable Beach

Die Gibb River Road ist quasi eine Abkürzung zum Highway, der einige hundert Kilometer länger im Süden durch die Kimberleys führt und dabei einige Attraktionen weniger zu bieten hat. In der Wetseason ist die Piste meist komplett gesperrt, da sie zu großen Teilen überflutet ist oder die zu durchquerenden Flüsse zu tief sind, ausser man hat einen lustigen Snorkel am Auto.
dieser boab tree ist ca 2000 Jahre alt! Vor allem früher, aber auch heute noch ist die GRR eine Transportstrecke für die Viehfarmen, die sich hier befinden, so dass neben der bescheidenen Strassenqualität auch noch die ständige Gefahr von herumlaufenden Kühen herrscht. Zäune gibt es hier nicht - es ist quasi Cattle-Paradise *gg* Hier wurde übrigens auch der Film Australia gedreht…hab ihn zwar selber noch nicht gesehen, aber in den Roadhäusern und den Cattlestations hängen überall die Plakate - also die von Euch, die den Film gesehen haben, können sich die Landschafe in etwa vorstellen…

geschafft - nach 1000km wieder sealed road Und um die Antwort vorwegzunehmen, wir sind ohne Höhrner im Kotflügel und ohne Platten oder sonstige Pannen in Wyndham angekommen und hatten 8 wundervolle Tage in einer genialen Landschaft. Von Broome gings erstmal ca. 230km nach Osten auf einer Asphaltstraße nach Derby. Dort beginnt die GRR und bis nach Wyndham gibt es nur 2 Roadhouses in denen man tanken, sowie frisches Brot und Gemüse für teuer Geld kaufen kann. Dann noch ein paar Cattlestations auf denen man auch zelten darf und das wars dann auch - Einsamkeit pur. Dazwischen befinden sich viele Schluchten und Wasserläufe, in denen man gut wandern kann.
Abenddämmerung in den Kimberleys Das haben wir dann auch gemacht und insgesamt für die 700km ca 1000 benötigt, da wir mal hier links zu nem Gorge abgebogen sind und da mal rechts auf eine noch fiesere Piste gefahren sind - wenn man für 5 km über ne halbe Stunde braucht, dann ist man doch froh, wenn man schliesslich wieder auf der “Hauptpiste” ist und mit 60kmh über die corrugations brettern kann. Aber wenn dann mal aus unerklärlichen Gründen ein kurzes Stück asphaltiert ist, wundert man sich wo das Gerüttel ist und warum die Musik plötzlich so laut ist…ach man kann es nicht beschreiben. Auch nicht das staubige Gefühl, was man die ganze Zeit hat, denn alles, aber wirklich alles im Auto war in rotem Dust gepudert. Einerseits sind Autos einfach nicht dicht - warum eigentlich nicht? und dann kommen einem ja ständig andere Autos entgegen und hüllen uns in eine Staubwolke…Fenster zu, Fenster auf und wieder Fenster zu - das nächste Mal kaufen wir ein Auto mit elektrischen Fenscherhebern!!
schwimmernder Jack Aprospos die anderen Autos: wer von Euch sagte mal, wir hätten so ein krasses Gefährt? Wie  gesagt, dort fahren eh nur Jeeps und meist haben die einen Snorkel, Dachgepäckträger, 2 Ersatzreifen und im Zweifel noch ein ausfahrbares Zelt aufm Dach…wir waren eher die Miniaturform eines Geländewagens *gg* Aus diesem Grund haben wir uns dann auch den Abstecher zum Mitchell-Plateau schweren Herzens verkniffen. Hier gehts in richtig krasses Gelände, kaum zugänglich, nur richtig fiese Holperpisten und dafür ein leckchen Erde, das bisher nur wenige gesehen haben und grandiose Wasserfälle…aber man kann nicht alles haben ;)

die highlights:
freshy-crocs im Windjana Gorge:

die größeren und gefährlichen hier gibts ne Krokodilgarantie. Auch wenn die freshies im Gegensatz zu dem großen Bruder den “s” (Salzwasserkrokodile) harmlos sind, so beschleunigen die ersten wilden Krokos doch ein wenig den Puls…bei einem hab ich mich auch was näher rangetraut, aber Michi hilt mich von weiteren gedankenlosen Handlungen für ein gutes Bild ab, denn die Schilder warnen auch vor diesen Krokos, die falls “disturbed”, wohl doch auch unangenehm werden können *gg*

Untertageflusswanderung im Tunnel Creek:

unterirdischer Fluss mit eingestürzter Decke einer der zahlreichen Flüsse der Kimberleys fliesst teilweise unterirdisch und man kann diesen “Tunnel Creek” durchwaten. Mit seiner Taschenlampe hat Michi ne Wasserschlange entdeckt, was mich nach zahlreichen Begegnungen mit Seeschlangen am Ningaloo Reef jetzt nicht weiter beeindruckt hatte…Michis Idee, die anderen Besucher etwas zu schocken hat auch nicht funktioniert…zumindest die Aussies reagierten ganz gelassen “Oh, really?” Ansonsten wars nur dunkel und angenehm kühl *gg*

Frühstück im Lennard Gorge:

Chillen im Gorge da hier kein Campingplatz in der Nähe ist und wir die einzigen waren, die am Lennard Gorge campten, hatten wir diesen wunderschönen Spot einige Stunden am Morgen für uns alleine. Dieser schmale Gorge hat mich schwer an die Karijini-Schluchten erinnert: links und rechts rote Felswände und dann ein paar Wasserfälle und viel Kletterei - mit einem entscheidenen Unterschied: das Wasser war schön angenehm erfrischend und diesmal nicht saukalt :)

Tourimagnet Bell Gorge mit Traumkulisse:

Tourimagnet - aber schön ists schon ja ok, wir wissen warum es ein Tourimagnet ist: die Wanderung dahin ist kurz und schmerzlos, die Wasserfälle ein Traum und schön schwimmen kann man darin auch noch…als wir am späten Nachmittag ankommen, liegen ca 2 Touribusladungen auf den Felsen und sonnen sich, noch ne weitere halbe Ladung schwimmt im Wasserfall, nääänäää wir bleiben oben, beobachten junge Aborigines beim Felsenklettern und Springen aus ca 20m Höhe und beschliessen am nächsten Morgen ganz früh zurückzukommen. Auch am nächsten Morgen sind wir zwar mit ein paar anderen Frühaufstehern im Wasser, aber es lohnt sich dennoch.

Jumpingaction in den Manning Falls:

jumping Michi der Anfang des Walks war schonmal geil, man muss einen Fluss schwimmend durchqueren und Styroporkisten stehen bereit, damit man auch seine 7 Sachen trocken auf die andere Seite bekommt *gg* aber kein Schild hat uns gewarnt wie weit es zu den Falls ist und so zog sich der Weg, immer wieder über Felsen klettern, hoch, runter, wieder hoch und wann hört man endlich die Wasserfälle? Gelohnt hat sich die Mühe in der Hitze aber allemal…ein kleines Paradies. Ein kleines Sprungparadies für manche sogar. Michi und ein paar andere springen stundenlang in den Pool am Fusse des Wasserfalls, keine Ahnung, waren vielleicht 8-10m oder auch 15m? Gut denke ich mir, machste jetzt auch…hab ich auch gemacht und was kam bei raus? Aua im Ohr, Ohrientierungslosigkeit im Wasser, Gleichgewichtsstörungen an Land, bin dann aus Furcht vor einem Riss im Trommelfell erstmal tagelang mit Watte im Ohr rumgelaufen…geht jetzt aber wieder ;)

Orientierungslos im Barnett River Gorge:

weiss  nicht warum, aber erinnert mich an Super Mario Land tja auch bei diesem Walk fehlten jegliche Hinweise, kein Schild, kein PFeile an Bäumen, keine weissen Punkte auf die Felsen gemalt - nix! Wir suchen nachmittags vergeblich vom Parkplatz aus den Gorge, landen am Fluss, laufen in die falsche Richtung und geben schliesslich auf, es wird ja bald dunkel. Zum Glück treffen wir ein paar andere Wanderer, die wohl ne bessere Orientierung hatten und so wissen wir für den nächsten Morgen wo wir lang müssen. Und dann sehen wir auch die Wegmarker: kleine Türmchen aus Steinen alle paar Meter kunstvoll im zickzack aufgetürmt…

Cockburn Range - hier wurde Australia gedreht El Questro ist wie ein kleines Resort auf der GRR und ziemlich bekannt - so bekannt, dass man sogar Eintritt bezahlen muss. Man kann dort campen oder in kleinen Bungalows wohnen, es gibt ein Restaurant und im Shop kann man neben Souveniers Eis kaufen - juchuuu! Michi schreit auch juchuu, denn hier gibt es Bier - nach 5 Tagen ohne Bier endlich wieder kühles Blondes!! Eine weitere Annehmlichkeit sind die vielen Walks in der Umgebung, so dass wir hier 3 Nächte bleiben.

Regenwald im El Questro Gorge:

geschafft, Rucksack trocken dieser Walk war echt krass, in der Schlucht gabs erstmal total viele Palmen und Grünzeug, richtig tropisch. Nach der Hälfte muss man brusttief durch nen Pool waten und dann geht das Gekraxel erst richtig los…meterhohe Boulder müssen überwunden werden und wir wundern uns über die australischen Senioren, die damit ziemlich gut zurecht kommen. Zwischendurch mal hier und da ein Wasserfall und dann schliesslich am Ende ein kleiner Pool mit einem großen Wasserfall - ein sehr geeignetes Fotomotiv, doch zum schwimmen ists doch irgendwie zu schattig…

Nachmittagswanderung im Moonshine Gorge:

und wie passend, ne watercrossing in halbmondform als wäre die 4km-Kraxelei im El Questro Gorge nicht genug gewesen, hauen wir den 5km Walk im Moonshine Gorge noch hinten dran. Mal wieder ganz alleine unterwegs, der Gorge wird vom El Questro Mangement wohl nicht so promotet *gg* Und da der Parkplatz schön abgelegen ist, bleiben wir dort einfach die Nacht und sparen uns die frechen Campinggebühren für die man neben den Toilettenhäuschen vor allem Generatorenlärm bekommt. Aber plötzlich gesellt sich ein Campervan zu uns, der Vater  der Familie kommt zu uns und erklärt uns, warum er den Generator heute Nacht leider laufen lassen muss…als “Entschuldigung” schenkt er uns ne eiskalte Flasche Weisswein…was ein Fest!

Morgenbad in den Zebedee Springs:

so entspannt kann ein Morgenbad sein um 6 Uhr gehts los zu den warmen Quellen, warum so früh? Weil diese von dem Mangement eben seehr gut vermarktet werden und wie wir hörten schon früh überfüllt sein sollen. Tja und siehe da als wir um halb 7 ankommen, sind schon 5 Autos auf dem Parkplatz…
die Quellen sind ein Traum, 28-32° warm liegen die kleinen Pools zwischen Palmen und Wasserfällchen. Im obersten Pool ist das Wasser natürlich am wärmsten, aber der ist besetzt - war ja klar. und diesmal Happy Birthday Schnicki Also chillen wir ein wenig im zweiten Pool und ich fotografiere die süssen kleinen Frösche, die um uns rumhüpfen. Als dann die Großfamilie aus dem ersten Pool verschwindet und nur noch eine Frau sitzen bleibt entern wir den Pool.  Im folgenden unser Dialog: ich beklage mich bei Michi über meine Stiche am Bein und er meint er hätte in der letzten Nacht auch so viele bekommen. Ich vermute darauf hin, dass wir vielleicht “bedbucks” haben könnten. Zur Erklärung: Bedbucks sind Läuse, Wanzen was auch immer, die vor allem in den Hostels weit verbreitet sind und die von den backpackern von einem zum nächsten Bett getragen werden. Plötzlich verschwindet die eine verbleibende Frau schnell aus dem warmen Pool, sie scheint das Wort “bedbucks” in unserem Deutsch aufgeschnappt zu haben und sucht darauf hin das Weite *gröl*

Rivercruise im Chamerlain Gorge:

gemütliicher cruise nachdem wir hörten, dass man statt der Gruppentour auch selber ein Boot ausleihen und damit den Chamberlain Gorge abcruisen kann, haben wir uns gleich ein Boot gebucht. Im Chamberlain Gorge soll es auch saltys geben und natürlich ist das viel cooler diese selber zu entdecken und dann ein bisschen zu jagen ähh scherz natürlich zu flüchten. Um es vor weg zu nehmen, wir haben natürlich keine Crocs gesehen und auch sonst war das Ganze eher ein Scherz. Für das Aluminiumbötchen haben wir einen Minimini-Elekro-Aussenborder bekommen und selbst bei Vollgas wäre ich noch schneller geschwommen. Also jetzt mal ehrlich, im Ernstfall, wenn uns ein Kroko angegriffen hätte, dann wäre mit Flucht nicht viel gewesen…hätte, wäre, wenn…egal, es war chillig und sau heiss, die Wanderung am Ende des Flusslaufs durchschnittlich, Michi fands alles in allem langweilig. Die Tatsache, dass ich mal wieder auf nem Boot war fand ich zwar schon gut, aber bei den Windverhältnissen stelle ich nur eins fest: Ich vermisse segeln ;)

Morgenwanderung zu den Champagne Springs:

nach 5km am ziel hört sich toll an, dachte ich, lass das machen. ja ok, 9,6km in der Mittagshitze sind vielleicht nicht so toll, also brechen wir um kurz nach 6 Uhr morgens auf. Erst durch viel Gestrüpp (Michi hinter mir: das ist ja wie bei “Rambo in Vietnam”) und später wieder mal Felsenkraxelei - langsam merken wir unsere Knie die bei jedem auf und ab knacksen…anyway - die Champagne Springs heissen so, weil das Wasser mal nicht glasklar ist, wie wir es in den vergangenen Tagen gewöhnt waren. Nein, es war voller Algen und die haben um Fusse des Wasserfalls Bläschen gebildet und deshalb hiess es Champagne…ich werd nicht mehr. Naja n guter Brekkiespot wars allemal und schwimmen haben wir uns für den Emma Gorge am Nachmittag aufgehoben

last but not least - Emma Gorge:

wieso emma, sollte chilly icy oder sonstwas gorge heissen, denn das wasser war diemal freezing dies ist nun der bekannteste Gorge auf dem El Questro Gelände, aber es ging noch mit den Touriansammlungen. Uns steckten noch die Champagne Springs vom Morgen in den Knochen, aber auslassen wollten wir diese Attraktion dann auch nicht. Die Infotafel am Parkplatz liess uns nicht gerade losjubeln: moderate difficulty - 1h one way - loose rocky and irregular terrain with some very large boulders to negotiate…aua schreien die knie schon beim Lesen. Aber alles halb so wild, der Walk n Witz und nach ner halben Stunde planschten wir im kühlen Nass unter dem 80m hohen Wasserfall.

kimberleys - gibb river road Jetzt sind wir in Wyndham angekommen und da Michi von anderen Aussie-Travellern in Broome gelernt hat, dass man sich nach der GRR erstmal betrinken muss, haben wir schön kräftig Bier und Wein im liquor store geshoppt. Und dann müssen wir uns und den Jack erstmal vom Staub befreien, Wäsche waschen und Vorräte auffüllen, Fotos sortieren bevor es dann weiter geht…mehr Einsamkeit, mehr National Parks, mehr bushwalking und wohl auch mehr staubige Pisten…ich sag Euch duschen und schwimmen bekommt hier im Norden Australiens eine ganz neue Bedeutung…anyway genug gebrabbelt, 60 fav pictures wie immer im album…wir melden uns aus Darwin :)


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1 Comments

  1. Hey Michael great photo\’s…..
    but sorry mate Im not any good at reading German!!!
    kev

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  1. Kev

    Hey Michael great photo\’s…..
    but sorry mate Im not any good at reading German!!!
    kev

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