25.08.09 Kakadu NP und einmal längs durchs NT
Die ersten 5 Tage nach Darwin haben wir im Kakadu NP verbracht. Dieser Park im Top End ist wegen der Felsmalereien Welt”kultur”erbe und wegen der Wetlands Welt”natur”erbe. Ironischerweise findet sich auf diesem Fleckchen Erde einer der größten Uranminen, aber der Abbau wurde vor einigen Jahren gestoppt.
Nebenan liegt Arnhemland, die Geburtsstätte des Digeridoo in der heute noch viele Aboriginal Communities in Abgeschiedenheit leben, Zutritt nur mit Permit über sehr unzugängliches Gelände…hier bewart sich die jahrtausendalte Kultur, aber auch Kakadu gehört der aboriginal community…und den Krokodilen :)
Es ist schon ziemlich unglaublich vor Rock Art zu stehen und zu wissen, dass diese vor 20.000 Jahren entstanden ist, also ich kann mir das zumindest nur schwer vorstellen. Man sieht aber auch Werke neueren Datums und die sind teilweise über die alten Malereien gepinselt worden. Denn manchmal stand der “act of painting” im Vordergrund, während andere rock art die Traditionen, Gesetze und Entstengsgeschichte von Generation zu Generation weiterträgt.
In den 3 Hauptflüssen von Kakadu (West, South und East Alligator River) wimmelt es dem Namen nach von Salzwasserkrokodilen. Überall stehen Schilder zur Warnung - als ob man freiwillig in der Schlammbrühe der tidal rivers baden würde. Am Cahills Crossing des East Alligattor River, das die Grenze zu Arnhemland bildet, lauern die Krokos den Fischen auf und da muss ein überquerendes Fahrzeug schonmal warten bis ein Krokos sich von einer Seiter auf die andere gewuchtet hat - Zebrastreifen sozusagen ;): Am Scheitelpunkt der Flut wechselt die Richtung des Flusses und die Krokos sperren nur ihre Mäuler auf und warten, dass die Fische hinspringen - so haben wir es zumindest gehört ;)

Halb Kakadu besteht aus den Floodplains der 3 Flüsse und in der Regenzeit ist hier alles überschwemmt - aber no drama, das gehört hier ebenso dazu wie die Bushfires die die aboriginal traditional landowners in der dry season planen.
Seitdem wir in in NT angekommen sind, haben wir uns über die vielen bushfires gewundert, denn kein Tag vergeht, an dem wir nicht Rauch am Horizont sehen, durch abgebranntes Gelände wandern oder an gerade brennenden Wald vorbeifahren. Das hat aber nichts mit den bushfires rund um Melbourne Anfang des Jahres zu tun, denn hier gehört es zur Tradition der aboriginal people - take care of the land.
In Yellow Waters braucht man nur zum Sonnenauf- und -untergang zu sein, aber dann lohnt es sich wirklich. Der Sonnenuntergang war fantastisch orange, vor allem weil der Rauch der bushfires eine ganz eigene Charakteristik des Sonnenuntergangs verursacht. Und beim sunrise ziehen Nebelfelder über die Floodplains, die Crocos lauern im Wasser und gleichzietig hört man einen Störenfried. Ein Heli steigt auf und kurz darauf fallen Schüsse. Ein Ranger informiert uns, dass ein Buffalo gesichtet wurde - ein ungebetener Eindringling der kurzerhand erledigt wurde.

Wir haben uns die ganze Zeit gefragt, wie hier ein “normales” Leben möglich ist, denn in Kakadu herrschen einige surrende Seuchen, mit denen wir gar nicht klarkommen. T
Tagsüber nerven die Fliegen, gut das kennt man ja, aber hier gibt es 400 verschiedene Arten und einige davon stechen, na toll! man wedelt also den ganzen Tag um sich rum. Nach Sonnenuntergang gehen die VIecher zu Bett und die nächste Plage beherrscht einen - Mozzies. Jaja, denkt ihr jetzt, kennt man ja - ne kennt man nicht! Wirklich so schlimm habe ich das noch nie nie nie erlebt. Eaten alive, anders kann man es nicht beschreiben. Abends sitzen wir bei 30Grad mit Pulli und langer Hose, aber die Biester stechen durch Klamotten, es surrt wie wildm um den Kopf und es gibt noch 1000 andere kleine Viecher, die vielleicht harmlos sind, aber trotzdem nerven, wenn sie einem ständig ins Gesicht fliegen.
Beim Essen hat man eine kostenlose Fleischeinlage, die man entweder ignoriert oder stundenlang die schwarzen Punkte aus dem Essen fischt. Aus dem gelben Wachs unserer Mozziekerze wird ein schwarzer Brei und nachts gehts dann richtig zur Sache. Entweder Sauna oder Mozzieschlacht doch meistens beides. Also die 4 Nächte im Kakadu waren wirklich schlafraubend und anstrengend, nassgeschwitzt liegt man da im Halbschlaf, die Taschenlampe in der Hand, wartend auf das nächste Gesurre und um einen rum wird der Mozziefriedhof immer größer - Horror!
Also wir stellen fest, wunderschön hier, aber Wetlands und Tropen sind auf Dauer nix für uns…schwimmen kann man nicht wegen der Krokos und duschen gibts nur auf den teuren Campings…was war das ein Fest als wir mal wieder an nen Wasserfall kamen. Wir haben ein ganzen Tag mit schwimmen und auf den Felsen gammeln verbracht. Ein echter Geheimtip, der nicht mal lonley planet steht, also wenn ihr mal hierher kommt, dann wandert zu den Maguk Falls. Nicht der Wasserfall ist das Highlight, sondern die Rockpools mit dem kristallklaren Wasser oberhalb der Falls…
Die letzten 2 1/2 Tage sind wir immer nur nach Süden gefahren - 1200km bei 80kmh und nun sind wir in “The Alice” angekommen. Unterwegs gabs ein paar kleiner Stops:
In den thermal springs von Matarnka gings bei 34° baden - dass Wasser war durch Sulfate ganz türkis und es stank nach faulen Eiern, aber eine Abkühlung wars dennoch und ich hab schnell mal mask, snorkel und cam ausgepackt.
Nachts haben wir wie so häufig auf sogenannten 24h rest areas geschlafen, aber zuvor immer noch einen Stop im Roadhouse eingelegt. Bier darf hier nicht als take away verkauft werden, aber die Pubs, die immer gleichzeitig Tankstelle und Caravan Park in einem sind, haben ihren ganz eigenen Charme und so haben wir dort zumindest eine kühle blonde Erfrischung zu uns genommen. Gestern waren wir in Ti Tree und dort saß in einer Tasche ein Joey - ein 5 Monate altes Kängi, dessen Mama überfahren wurde und das nun per Flasche groß gezogen wird. Das beste: ich durfte es mal auf den Arm nehmen - total goldig.
Und in Daly Waters ist der Pub eine echte Institution - alles hängt voller Visitenkarten, BHs, Slips, Trikots, Baseballcaps und und und - ach ja auch viele Nummernschilder und ich frage mich wie die aus good old germany da hin kommen… Ich hab auch ein altes Bikinioberteil dazugehängt, man muss ja markieren wo man war *gg*
So nun sind wir auch wieder südlich des Tropic of Capricorn und schon frieren wir wieder…aber den Rest erzählen jetzt die 50 Fotos und wir erkunden jetzt das Red Center…
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