Fiji - Südseetraum und Reisefieber
Nicht nur der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Eindrücke aus Fiji, der vorerst letzte Beitrag in diesem Blog…mittlerweile sind wir schon wieder kalkweiß, der klirrkalte winter ist nicht wegzudiskutieren und der deutsche Alltag hat uns bereits wieder - wir sind also zurück. Aber jetzt wird nochmal 4 Wochen zurück gedacht - Südseeluft schnuppern, den Wellen zuhören, Sand und Mosquitostiche auf der Haut…ok man vermisst nicht alles ;)
Der Südpazifik stand von vornherein auf dem Plan, aber wohin genau, wie lange und überhaupt war unklar. Zur richtigen Recherche hatten wir auch nie Zeit, aber da wir viele kennen gelernt hatten, die von Fiji schwärmten, dachte wir uns also: es klingt ziemlich traumhaft, soll günstig sein, ist einfach zu erreichen - da fahren wir hin! Zudem ist eine Woche Fiji sicherlich besser für Stimmung und Teint als Köllefornia, denn ursprünglich war ja mal geplant am 21.11. in Deutschland zu landen :) Also Flug gebucht und nicht weiter drüber nachgedacht…

In Nadi angekommen stürzen sich auch gleich die Travelagents auf uns als sie hören, dass wir noch nichts gebucht haben -
in ihren Augen blitzen die $-Zeichen. Die buchungslustige Frau mit dem Taschenrechner in der Hand meinte: Nein, bei locals wohnen geht nicht (jaja…) - aber ganz tolle Resorts, die sie uns empfehlen kann (ach wirklich…?) - doch, man muss vorab buchen, sonst holt einen niemand vom Boot ab (is klar!) - eben rächt sich die versäumte Recherche und die Einsicht, dass Fiji mit seinen über 300 weit verteilten Inseln nicht in 7 Tagen zu erkunden sein wird, macht es nicht besser.
Worldclass Tauchen & Hiken auf Tavenui? Islandhopping in den Yasawas? Erkundung der Hauptinsel? Hilfe, wir wollen wieder ein eigenes Auto, einfach losfahren und dort stehenbleiben, wo es uns gefällt. Vorab Entscheidungen treffen, gehört einfach nicht zu unserem Reiserepertoire und Pläne sind dazu da, um geändert zu werden und jetzt sollen wir für 7 Tage hier irgendwas buchen? Neee, wir entscheiden uns “erstmal” für klassisches Islandhopping, buchen die erste Nacht und wollen dann weiter schauen. Fremdbestimmtheit am paradiesischen Ende der Welt wollen wir nicht. Um es vorweg zu nehmen, es wurde alles gut und wir hatten ne super Woche, trotz dieses chaotischen und verwirrenden Starts.
Am nächsten Morgen gings also mit dem Yasawa Flyer, einem Hop-on Hop-off Catermaran (also quasi dem lokalen Bus), zu einer Inselkette im Nordwesten der Hauptinsel. Ca 20 Islands beherbergen eine Menge Resorts, die meisten sind Low Budget, aber auch da gibt es Unterschiede von einfachen Hütten (bure) mit “ohne Strom” bis zu flashy Backpackern mit Pool, Air Condition und und und. Und dann gibbet noch die 5-Sterne Honeymoon-Resorts, die ihre Strände absperren und Helilandeplätze haben…*augenroll*
Die Yasawas und benachbarten Manumacua-Inseln sind auch schwer berühmt, denn Tom Hanks hat auf einer der Inseln Feuer und Brooke Shields hat sich in einer Lagune nackisch gemacht.
Unser erstes Resort Bay of Plenty war dann auch gleich n kleines Paradies. Immerhin hat die Traveltante am Flughafen uns zugehört *gg* Wir wollten in ein kleines, abgeschiedenes Resort, if possible mit Wandermöglichkeiten und familiär wär auch super. Begrüßt wurden wir dann von Sevu (der Chief) und seiner ganze Familie mit ner frishen Kokosnuss zum schlürfen, nein Blumenkränze gabs nicht, aber mit Blumen im Haar durch die Gegend rennen ähhh schlendern (Fiji Time) is hier trotzdem schwer angesagt - sogar bei Männern ;)
Ach ja, Fiji Time, ganz wichtig hier. Nur dachten wir, dass das bedeutet, alles passiert irgendwann und definitiv später als geplant. Aber ne, die Fijis sind dann auch gerne mal überpünktlich und scheuchen einem zum Boot oder fahren auch mal ohne einen, wenn man nicht pünktlich ist;)
Und auch ein herzhaftes “Bula!” ist allgegenwertig, wobei Bula neben “Hallo, wie gehts?” auch “Prost”, “Hey alles super” und vieles mehr heissen kann. Die Fijianer sind super freundlich, können 1a englisch und interessieren sich zwar schon sehr aber nicht nur für dein Geld.
So zurück zur Bay of Plenty: Außer 2 Norwegern und einer Österreicherin sind wir die einzigen Gäste, wasuns fast zu Familienmitgliedern macht: abends sitzen wir mit Sevu zusammen und diskutieren die Unterschiede der Südseekulturen, vormittags zeigen uns Mariann und Gerry beim Sammeln von Muscheln und mud crabs was abends auf den Tisch kommt und Toki führt uns durch den unglaublichen Obst- und Gemüsegarten des benachbarten Dorfs, in dem er wirklich “alles” anbaut.
Die kleine Rucy, den 7-jährige Sonnenschein der Familie, hole ich nachmittags von der Schule ab und darf der feierlichen Zeremonie beiwohnen, in der die Schüler die Flagge nach der Schule wieder einholen und im Dorf sind die Leute neugieriger auf uns als umgekehrt - sprich, wir bekommen tatsächlich n bisschen was vom Locallife mit. Ach ja und das Essen ist auch eher typisch-fiji und nicht europäisch-fiji…lecker finde ich, gewöhnungsbedürftig sagt “der” Michi, vor allem weil in jedem! Bissen Fisch Gräten sind und vieles einfach nicht identifiziert werden kann ;)
Mit Lasse, Charlotte und Astrid der europäischen Fraktion auf Matacawa Levu Island haben wir dann selbige erkundet - was eher einer Jagd nach reifen Mangos glich…yamm! Als wir am zweiten Abend auf die andere Seite der Insel zum Sonnenuntergang kraxeln wollen, besteht Sevu darauf, dass Rucy als guide mitkommt. Schnickschnack dachten wir zuerst, waren dann aber doch froh, dass sie dabei war, denn einen wirklichen Weg gab es tatsächlich nicht.
Die Kleene also barfuss vorne weg, mit meiner Kamera in der Hand, denn sie hat die Faszinierung der Fotografie für sich entdeckt.
Ein ganz großes Highlight dann an Tag 3 oder so (Fiji Time): Sevu organisiert für Lasse und mich n Tauchtrip. Die Yasawas sind jetzt nicht für weltklasse Tauchplätze bekannt, aber trotzdem wollte ich zumindest einmal auf Fiji getaucht sein, nachdem ich es in NZ schon verpasst hatte. Und zu meinem und Lasses Glück werden jeden Mittwoch und Samstag sharks vor einer der Inseln gefüttert. Jaja, i know, nicht gut in die natürliche Verhaltensweise einzugreifen und und und, aber hey, ich kann bull sharks und tiger sharks sehen!
Mit ner “schaefer”-Mülltonne gings also auf 20m runter. Zunächst war ich etwas skeptisch: eigentlich ist Beqa eine Insel südlich der Hauptinsel für Sharkdiving bekannt und meinen Fragen “wie oft” und “wie viele” der sharky sharks tatsächlich gesichtet werden, ist der Diveguide geschickt ausgewichen. Die ersten 20 Minuten ließen sich dann auch “nur” Black Tip Reef Sharks von stattlicher Größe und n Brons Whaler Shark blicken. Das wäre für nen “normalen” Tauchgang eigentlich schon ziemlich cool gewesen, aber deshalb waren wir ja nicht hier…plötzlich ein Schatten der immer größer wird, ein Bull Shark und ein zweiter Schatten, noch größer, noch ein Bull Shark, selbst Joe der Diveguide flippt fast aus, dann noch ein kleiner Tiger Shark, den ich aber vor lauter Begeisterung und Baffheit nicht realisiere.
2 Mal kommen die Bull Sharks zu der Stelle an der Joe die Mülltonne mit den Fischköpfen ausgekippt hat, nicht lange jeweils so 20 Sekunden, schon sind se wieder weg…wow! Adrenalinrush, fettes Grinsen und unglaubliches Kopfschütteln als Joe später erzählt, einer der Bull Sharks sei 16feet lang gewesen…5 Meter und wir waren max 3 Meter entfernt! Woooohoooo! Das war echt n Brüller…am kommenden Samstag wollte ich nochmal, war total angefixt, hab mit der Tauchschule geschnackt, sie wollten mich abholen und dann ich habs ja oben schon angedeutet…Fiji Time, sie waren zu früh, ich hab das Boot nicht gehört und sie sind ohne mich tauchen gegegangen. Ok, dachte ich, hab ich Geld gespart, dass es aber einfach nicht sein sollte wurde mir erst klar, als ich später ein Mädel traf, die draussen bei den Haien war, nur dass diesmal keine Haie, zumindest keine großen anwesend waren *gg* danke schicksal :)
Ok, what else? Nach 3 Tagen haben wir uns dann aus der Bay of Plenty verabschiedet, ich hätte dort für immer bleiben können, aber das einzige was uns fehlte war ein schöner Strand und schliesslich war das ja einer der Gründe nach Fiji zu kommen: endlich mal faul am Strand zu liegen. Als nächstes gings auf die andere Seite der Insel und zwar zu Fuss über nen Trampelpfad statt mit nem überteuerten Wassertaxi. Am Long Beach war dann alles schon viel touristischer und luxuriöser: es gab 2 Mal am Tag n paar Stunden Strom, Aktivitäten von Coconut Show über Limbo Dancing und auch viel mehr Gäste.
Dafür weiss ich jetzt aber auch wie man selber Coconut Cream herstellt und dass es ne Riesensauerei sein kann. Aber nicht der vermeintliche Luxus war das schlimmste, sondern das “der” Michi plötzlich von Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen heimgesucht wurde. Schweinegrippe, Dengue Fieber und andere wilde Spekulationen haben uns schon in Quaratäne gesehen, wobei ich eine Verlängerung des Fiji-Aufenthaltes jetzt persönlich gar nicht so schlecht gefunden hätte *gg* Spass beiseite, war natürlich ziemlich
ätzend, denn 3-4 Tage waren mehr oder weniger dahin, Michi fiebrig und schwach. Aber Michi hatte zumindest das beste Krankenbett ever mit Südsee-Kulisse und einer Brise direkt vom Meer. Ich hab mich dann im Nixtun geübt, was in meeehrstündigen Spaziergängen am Strand, Fotoshootigs mit Muschelstücken, Kokosnüssen und Blumen sowie Massagen am Strand endete *willzurück*
Für die letzte Nacht auf den Inseln haben wir uns nochmal mit Charlotte, Lasse und Astrid auf Bounty Island verabredet…der Name war Programm: eine kleine Insel die schnell umrundet war -
zu Fuss dauerts ca 20min mit nem kleinen off the beach Cat haben wir vielleicht 45min gebraucht. Ein bisschen schade war, dass es abends ein “europäisches-fiji” Buffet gab und dazu Barbie Girl und Co gespielt wurden, die Feuertänzer waren echt gut und kava gabs auch, aber irgendwie war es doch ne Runde zu viel.

Kava ist die Nationaldroge in der Südsee, sie ist rein pflanzlich, macht n tauben Mund und high, man wird nicht betrunken, kann aber trotzdem einen Kater bekommen, soweit die Theorie. Abgesehen davon, dass das Zeug sehr bescheiden schmeckt, war die Zeremonie drum herum ganz interessant aber ich glaube es war ne touri-mische, denn ich hab nix gemerkt *gg* Der krönende Abschluss war dann ein Kampf mit Sandfliegen, die mich nachts in der Hängematte terrorsiert haben. Als ich am Morgen zugeschwollen wie ein Boxer beim Frühstück erschien, wurde schon gescherzt, ich würde den Kava wohl ganz schlecht vertragen…
Die Woche war wirklich schnell um, hat sich doch aber locker wie 2 Wochen angefühlt.
Für Michi wars natürlich nicht so prickelnd, Fiji Time ist auch echt ätzend, wenn man krank ist, aber zum Glück war es nix ernstes und in Sydney war er dann auch pünktlichst zum Powershopping wieder fit - wobei er das sicherlich lieber verpasst hätte. Aber keine Gnade, auf diesen Moment freu ich mich seit Wochen, endlich endlich neue Klamotten!
Es war überraschend und total super nach Sydney zurückzukommen, ein bisschen wie nach Hause fahren. Endlich mal wieder an einem Ort an dem man sich auskennt und vertraute Gesichter entdeckt und sei es nur der Sushi- oder Obstverkäufer den man wiedererkennt.
Während ich noch zweimal segeln war, hat Michi seinen Chef aus der Redaktion (Praktikum im Dezember 2008) besucht, abends waren wir mit Lisa und Jochen unterwegs, die wir ebenfalls im Dez 08 an selbigen Ort kennengelernt hatten. Also alles ein bisschen wie vor einem Jahr und doch ganz anders…damals war es Vorfreude und ein bisschen Angst was das kommende Jahr wohl so bringt und jetzt ist es Zufriedenheit beim Rückblick und Vorfreude auf zu Hause gemischt mit Traurigkeit, dass alles schon vorbei ist.
Tja und dann gings zum Heimreisemarathon, haben mal ausgerechnet, dass es von Haustür zu Haustür 48 Stunden waren *stöhn* Michi wollte zwischenzeitlich gar nicht mehr aus dem Flieger aussteigen, angeblich weil das Entertainingprogramm soooo toll ist, ich glaube es lag aber an der Vorahnung auf das deutsche Wetter. In Seoul hatten wir zwar 20 Stunden Zwischenstop, angucken durften wir uns aber nix, mal wieder Fremdbestimmtheit pur *grrr* Aber hey, dafür hatten wir im Airport-Hotel ein Luxusklo mit beheizter Klobrille, die Asiaten haben echt n Schuss!
Mhhh, das sind jetzt zwar doofe Worte als Abschluss von so einem tollen, prägenden und ereignisreichen Jahr, aber ich sag einfach mal wie immer: Fotos gibbet hier im Album nebenan und die Auswahl ist wie immer etwas umfangreicher :)
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